n. Buch. U. Tit. Von Schenkungen und Tetamenten. 523
zu ſchenken, was das Geſetz einem volljährigen Ehegatten
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„an den andern durch Schenkung zu geben erlaubt.“
Vormahls befolgte man den Grundſatz: habilis ad nup- tias habilis est ad omnia pacta nupliarum. Hatte aber ein Minderjähriger in ſeinem Heixaths-Contracte außererdent— lich viel geſchenk:, ſo ward er dagegen in den vorigen Stand geſeht. Henris, tom. 1, liv. 4, quest. 23. Louet, lett. M
Uebrigens bemerke man, daß in unſerem Artikel nur von Schenkungen die Rede iſt, die ein Minderjähriger im Hei— raths⸗Contracte macht; in Hinſicht derjenigen, die er nachber macht, iſt er den gewohnlichen, und auf ſeine Fähigkeit ſich beziehenden Regeln unterworfen.
Art. 1096.»Alle Schenkungen, welche unter Ehegatten waͤhrend der Ehe geſchehen ſind, ſind immer dem Widerrufe unterworfen, wenn man ſie ſchon als Schenkungen unter Lebenden bezeichnet hätte.«
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„Die Frau kann ſie widerrufen, ohne hiezu von ihrem „Manne oder vom Gerichte autoriſirt zu ſeyn.«
„Wegen nachzeborner Kinder ſollen dieſe Schenkungen nicht ihre Kraft verlieren.«
Der erſte Theil des Artikels ſtimmt mit der allgemeinen Meinung, und ſelbſt mit dem Art. 46 der Ordonnanz von 1731 uͤberein.*) Der zweyte bedarf keiner Crlaͤuterung.
*) Können Ehegatten ſich wechſelſeitig mittelſt Aete unter Le⸗ benden ſchenken? Dieſe wichtige Frage hat der Canations⸗Hof gemaͤß dem Antrage des kaiſerlichen Herrn General⸗Procurators Merlin bejahend eutſchieden. Der Fall war folgender:
Peter Lecouvreur ſchenkte in einem am 9. Meſſidor 12. I(28. Jutius 1804) vor einem Notar und zwey Zeugen errichteten Acte ſeiner Gattinn, Jehanna Cheny falls ſie ihn überleben wünde, unter den Lebenden den vierten Theil des beneglichen und unbeweglichen Verm oͤ⸗ gens, welcheser bey ſeinem Abſterben hinterlaſſen würde; im nehmlichen Augenblicke ſchenkte Johanna Cheny


