516 UI. Buch. Il. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten.
Art. 108g.»Eine Schenkung, die in einem Heiraths⸗ „Contracte geſchieht, kann zu gleicher Zeit das gegenwaͤrtige „und zuktnftige Vermögen, ganz oder zum Theile in ſich „begreifen, mit dem Bedinge, daß dem Acte ein Verzeichniß „beygefuͤgt werde, worin die Schulden und Laſten des Ge⸗ „ſchenkgebers enthalten ſind, wie ſie am Tage der Schen⸗ „kung ſich vorfinden, in welchem Falle es dem Geſchenkneh⸗ „mer frey ſteht, nach dem Tode des Gebers ſich an dem „gegenwärtigen Vermoͤgen zu halten, und auf die uͤbrigen „Guͤter des Geſchenkgebers Verzicht zu thun.«
Der Anfang dieſes Artikels iſt aus dem Art. 17 der Dr⸗ donnanz von 1731 entlehnt; um aber den Prozeſſen vorzubengen, die gewöhnlich über die Frage entſtanden, ob die Schulden des Geſchenkgebers vor der Schenkung ſchon vorhanden waren, oder erſt nach der Schenkung entſtanden ſeyen, hat man die Verbindlichkeit hinzugeſetzt, der Schen⸗ kung ein Verzeichniß der Schulden des Gebers beyzufuͤgen, wie ſie zur Zeit der Schenkung vorhanden ſind.
Art. 1085.„Iſt das Verzeichniß, wovon in dem vor⸗ „hergehenden Artikel Erwaͤhnung geſchieht, dem Acte, der „eine Schenkung des gegenwärtigen und zukuͤnftigen Ver⸗ „moͤgens enthaͤlt, nicht beygefuͤgt worden, ſo iſt der Ge⸗ „ſchenknehmer verbunden, die Schenkung entweder ganz an⸗ „zunehmen, oder ganz auszuſchlagen. Nimmt er ſie an, ſo „kann er nur das Vermögen fordern, das am Setrbetage „des Teſtirers ſich vorfand, und er iſt zur Zahlung aller „Schulden und Laſten der Erbſchaft verbunden.«
Art. 1086.»Eine Schenkung, die in einem Heiraths⸗ „Contracte zum Beſten der Ehegatten und der aus ihrer zu erzielenden Kinder geſchieht, darf ferner noch die
Clauſel enthalten, daß der Geſchenknehmer alle Schulden „und Laſten der Erbſchaft des Gebers ohne Unterſchied zah⸗ „len ſoll, oder unter andern Bedingungen geſchehen, deren „Erfüllung von ſeinem Willen abhängt, gleichviel wer der »Geſchenkgeber ſey. Der Beſchenkte iſt verbunden, dieſe


