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51 ½ 1Ii. Buch il. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten.
„Von einer ſolchen Schenkung, obgleich ſie nur den Ehe— „. oder einem von ihnen zum Vortheile geſchehen iſt, „wird in dem eben bemerkten Falle, wo der Geſchenkgeber „der Längſtlebende iſt, immer vermuthet, daß ſie den künfti⸗ „gen Kindern und Abkömmlingen aus dieſer Ehe zum Beſten „geſchehen ſey.“
Hier will man von den contractmäßigen Erbes⸗Einſetzun⸗ gen reden, die durch den Art. 13 der Ordonnanz von 1731 ausdruͤcklich erlaubt, und von jeher in Frankreich, den Grund⸗ ſätzen des rdmiſchen Rechtes zuwider,(F. 6 inst. per quas
person. cuiq. acqu. eingeführt waren. Ueber dieſe Erbes⸗
Einſetzung muß man Furtole, zu geſagtem Art. 13, nachſeyen
Sie haben etwas von der Natur der Schenkungen unter Lebenden, und etwas von der Natur der Teſtamente an ſich; von Erſtern darin, daß ſe unwiderruflich ſind; von Letztern darin, daß ſie ihre Kraft verlieren, wenn der Geſchenknehmer ohne Kinder zu binterlaſſen vor dem Geſchenkgeber ſtirbt.
Bloß der Titel: contractmäßiger Erbe, iſt indeſſen un⸗ widerruflich, d. h⸗ er hat nur dasjenige ſicher, was der Ge⸗
ſchenkgeber bey ſeinem Abſterben hinterläßt, und letzterer kann
leinen andern zu ſeinem Erben machen; dagegen iſt er beſugt, ſein Vermoͤgen frey zu verw lten, und zu ſeinen Be⸗ durfniſſen unter einem läſtigen Titel, und ohne Argliſt zu
veraußern. Was er unter einem wohltt aͤtigen Titel zu thun
ver⸗chtigt iſt, beſtimmt der folgende Artekel.
Noch der Praxis der Parlamente von Toulouſe und Vor⸗ t ſtand es einem contractmäßigen Teſtirer, wenn er ſich bey der Schenkung ſeines gegenwärtigen und zukünftigen vehzei eine beſtimmte Summe Geldes, oder ein beſtimm⸗ tes Gut vorbehalten hatte, durchaus nicht mehr frey über etwas anderes zu disponiren. Serres, in ſeinen Inſtuutionen
fübrt hieräber ein zu Gunſten eines ſeiner Clienten erlaſſenes
Pa lamenits„Urtheil au.
Als indeſſen dieſe Frage bey der Civil⸗S⸗ ction des Caſſa⸗
tiont-Hofes in d‚y Sache der Domainet-Verwaltung wider


