1I. Buch. 1I. Tit. Von dem Eigenthum. 43
in unſerer Jurisprudenz willkührlich ſey, d. h. daß man al— lemahl, wenn der Stoff auf ſeinen urſpruͤnglichen Zuſtand ohne einigen Schaden, nicht mehr zuruͤckgebracht werden kann, zu Gunſten des Eigenthümers, oder des Arbeiters entſchiede, je nachdem nehmlich die Arbeit mehr werth iſt, als der Stoff, woraus ſie verfertigt wurde, oder der Stoff einen groͤßern Werth, als die Arbeit hat.
Aus dem nehmlichen Grunde verlangten auch einige Glie⸗ der des Rathes, daß man es bey der in den zwey erſten Ar⸗ tikeln dieſes Abſchnittes aufgeſtellten Regel bewenden laſſen moͤchte; alle uͤbrige Artikel, ſagten ſie, ſind unnütz; die An⸗ wendung des Grundſatzes hängt doch immer von den Um⸗ ſtaͤnden ab, und dieſe weichen oft von den Beyſpielen ab, die man in Vorſchlag bringt.
Dem Artikel 567. hatte man folgenden F. hinzugeſetzt: „Alſo iſt der Diamant das Haupttheil des Goldes, worin „er eingefaßt wird, und ein Kleid das Haupttheil in Bezie⸗ „hung auf die Borten.“
Dagegen bemerkte man: man brauche nur anſtatt eines Ringes eine mit Diamanten beſetzte Tabacksdoſe vorauszu— ſetzen, um dieſem Art.§67 gemäß zu behaupten, daß die Diamanten das Zubehoͤr der Tabaksdoſe ſeyen, weil ſie bloß zur Verzierung darin eingelegt ſind, und doch ſind ſie weit mehr werth als die Doſe; ſo ſtehe alſo der Grundſatz mit dem Beyſpiele im Widerſpruche.
Man beſchloß daher die Beyſpiele hinweg zu laſſen, und bloß die Grundſaͤtze aufzuſtellen; ſpater wurde aber bemerkt, daß, wenn man alle Artikel dieſes Abſchnittes, nur mit Aus— nahme der beyden erſtern wegließe, man viele Puncte unent— ſchieden laſſen würde, die die Jurisprudenz in Gemaͤßheit dieſer Artikel entſchieden habe, und die ſich doch nicht alle aus dem im Art.§566 aufgeſteklten Grundſatze herleiten lie— ßen. Man behielt ſie alſo bey.
Art. 566.»Sind zwey Sachen, welche verſchiedenen „Herrn zugehoͤren, dergeſtalt miteinander vereinigt, daß ſie


