1I. Buch. I. Tit. Von dem Eigenthum. 37
heraufgezogen werden, von dreyßig Fuß, und auf dem andern ufer von zehn Fuß ſeyn ſoll⸗
Art. 557.„Eben ſo verhaͤlt es ſich mit Plätzen, wel⸗ „che das fließende Waſſer verläßt, indem es ſich unmerklich „von einem ufer zurückzieht, und auf das andere anwirft? „der Eigenthümer des verlaſſenen Ufers hat den Vortheil „des Anwuchſes, ohne daß der Ufereigenthümer der entge⸗ „gengeſetzten Seite dahin kommen könne, um den Grund „in Anſpruch zu nehmen, den er verloren hat.
„In Hinſicht auf die vom Meere verlaſſenen Plätze hat „dieſes Recht nicht Statt⸗
Die urſache hi'von iſt, weil die vom Meere verlaſſenen Plätze, ſo wie ſeine Geſtade, Staats⸗Eigenthum ſind. S. ordonnance de la marine, liv. 4. tit. 7. Lehret, de la souweraineté, liv. 2. ch. 14. Bey den Römern war es ganz anders; Luft, fließendes Waſſer, Meer und ſeine Ge⸗ ſtade gehörten zur nehmlichen Categorie, und ihr Gebrauch ward als allen Menſchen gemeinſchaftlich angeſehen. S⸗. die F. 1. 2. 3. 4. und§. inst. de rer. div..
Art. 550.„ Die Alluvion hat bey Seen und Teichen „nicht Statt. Der Eigenthümer derſelben behält allemahl
„den Bode„Je s Waſſer bedeckt, wenn es auf die Hö⸗ » nſe ſſt, obgleich „dik Maſſe des Waſſers ſich nachher vermindert hat.«
„Umgekehrt erwirbt der Eigenthümer des Teiches kein „Recht auf die angraͤnzenden Grundſtuͤcke, welche das Teich⸗ „waſſer bey einer außerordentlichen Höhe bedeckt.«
Dieſer Artikel ſetzt einen See oder Teich voraus, der ei⸗ ner Privat⸗Perſon zugehört; wäre es ein öffentlicher, ſo muͤßte das Alluvions⸗Recht ſich auch darauf erſtrecken⸗ T. 21. M de ach. rer. dom. In Hinſicht der Privat-Per⸗ ſonen zugehörigen Seen und Teiche, iſt der Fall möglich, daß


