30 II. Buch. 1I. Tit. Von dem Eigenthum.
derſpruche ſtehen, die nur vom Tage der angehobenen Klage an die Zinſen zuerkennen, denn Früchte und Zinſen ſind doch wohl im Grunde einerley.
Zudem iſt es zuverläßig, daß es zu uſend Streitigkei⸗ ten Anlaß geben muß, wenn die Epoche, von welcher ange⸗ rechnet die Fluͤchte zurückerſtattet werden ſollen, nach jener des guten oder böſen Glaubens des Beſitzers beſtimmt wer⸗ den ſoll. Auf welche Art ſoll denn wohl dieſer böſe Glaube, d. h. die Meinung bewieſen werden, die der Beſitzer von der Ungerechtigkeit ſeines Beſitzes hatte? Soll man, um ſein Gewiſſen zu erforſchen, den Beweis durch Zeugen zulaſſen?
So wird auch in der T. 25. F. ult. de usuris die Frage aufgeworfen, ob ein redlicher Ankäufer, der nachher in Er⸗ fahrung bringt, daß ſein Verkäufer der wahre Eigenthuͤmer nicht war, ſchon deßwegen die Früchte zurückerſtat— ten muͤſſe; ſie wird mit nein entſchieden, quamdiu evic— tus non fuerit, weil er nicht wiſſen kann, ob der Eigenthuͤ⸗ mer ſich ſeines Rechtes bedienen will.
Aus dieſer Discuſſion ſcheint wenigſtens ſo viel hervorzu⸗ gehen, daß bey einer Reviſion des Geſetzbuches der Artikel abgeändert werden müſſe, bis dahin aber derjenige, der be⸗ hauptet, daß der Beſitzer in böſem Glauben ſey, den Beweis hievon, und zwar nicht durch Zengen, ſondern Urkun⸗ den zu liefern ſchuldig ſey.
Uebrigens muß man bemerken, daß es Fälle gibt, wo der Beſitzer, auch ohne alle Anmahnung, zur Erſtattung der Fruͤchte, oder zur Zinſen-Zahlung verbunden iſt, wie z. B. wenn von einem Brautſchatze, vom Pflichttheile, von einer gewaltthätigen Beraubung, von einem Verkaufe die Rede iſt, ſo wie auch im Falle, wo ein Mit⸗Erbe, oder Mit⸗ Eigenthuͤmer den Antheil ſeines Mitgenoſſen genießt, wie dieſes in den auf jeden dieſer Gegenſtände ſich beziehenden Titeln erklärt werden wird.
Ferner muß man noch bemerken, daß der Titel, wovon im Art.§50 die Rede iſt, nicht nur von einem dem Beſitzer
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