II. Buch. II. Tit. Ven dem Eigenthum. 29
„Von dem Augenblicke an, da er dieſe Maͤngel kennt, „hoͤrt er auf, ein redlicher Beſitzer zu ſeyn.“
Man bemerkte: dieſe beyden Artikel ſeyen zu ſchwankend, und ſo wie ſie abgefaßt wären, wuͤrden ſie zu Streitigkeiten uͤber die Epoche Anlaß geben, wo der Beſitzer aufhöre ein redlicher Beſitzer zu ſeyn; dieſen Streitigkeiten beuge die Praxis durch eine einfachere Regel vor, nach welcher jemand ſo lange fuͤr einen redlichen Beſitzer gehalten werde, bis bey Gerichte gegen ihn geklagt wird.
Dieſe Praris, anwortete man, ſey nicht allgemein, viel gewohnlicher befolge man den vorgeſchlagenen Grundſatz, und nur aus den Umſtänden laſſe ſich der Augenblick beur⸗ theilen, wo jemand aufgehdͤrt habe, ein redlicher Beſitzer zu ſeyn⸗
Meines Erachtens iſt dieſe Antwort weder factiſch richtig, noch räumt ſie die Einwendung aus dem Wege. Nach der allgemeinen Jurisprudenz Frankreichs, wurde ein Beſitzer ſo lange fuͤr einen redlichen Beſitzer gehalten, bis er gericht⸗ lich angemahnt wurde, und erſt von dieſem Zeitpuncte an, wurde er in Gemäßheit der TT. 25. F. 7. h de Hared. pet. und 22. cod. de rei vind., die durch den Art 94 der Ordonnanz von 1629 beſtätigt worden waren, verurtheilt, die Früchte zurückzugeben. S. Domat, tom. 2. liw. 3. kit⸗ 5. Sect. g§. art. 17. Catellan, liv. 4. ch. 41. Furgole, über den Art. 41. der Ordonn. von 1731. Argon liv. 4. ch. 17. Serres, inst. p. 124. etc.
Dieſen Grundſatz trieb man ſogar ſo weit, daß, wenn der wahre Eigenthümer den wirklich angehobenen Prozeß ſo lange liegen ließ, daß die Inſtanz unterdeſſen erloſch, der Beſitzer wieder von neuem fuͤr einen redlichen Beſitzer ge⸗ halten wurde, und die Früchte erſt vom Tage einer neuen Klage an zu erſtatten ſchuldig war. Lapeyrére, und die von ihm lett. P. n. 25. angefuͤhrten Autoren⸗
Der in der obigen Antwont beruͤhrte Grundſatz würde ſo gar mit den übrigen Verfügungen des Geſetzbuches im Wi⸗


