Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
494
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494 I. Buch: KI. Lit. Von der Velljaͤhrigkeit, ꝛ0.

hatte. Ihr Zweck war die Nachläßigkeit der Verwandten zu beſtrafen, und den Schwierigkeiten vorzubeugen, die damit verknüpft ſind, wenn man ſich des Gemüths⸗Zuſtandes eines Individuums nach ſeinem Tode verſichern will, und zu die⸗ ſem Ende keine Unterſuchung mehr mit ſeiner Perſon ſelbſt anſtellen kann. So wurde ver ctwa fünf und dreyßig Jahren dieſe Frage vom Parlamente zu Vordeaur in der Sache des Hrn. de Vayssicre wider Lagrange entſchieden, worin ich den erſten, der den Prozeß verlor, gegen den verlebten Hrn⸗ de Seze, Vater, als Advocat vertrat.

Art. Jo8.Iſt wider das Urtheil der erſten Inſtanz, das die Interdiction erkannte, keine Appellation eingelegt, oder das Urtheil hierauf beſtätiget worden, ſo ſoll nach eben den Regeln, wie ſie unter dem Titel von der Winderjah⸗ rigkeit, vormundſchaft und Emancipation vorgeſchrieben ſind, dem Interdicirten ein Vormund und Neben⸗Vormund angeordnet werden. Der proviſoriſche Verwalter ſtellt hier⸗ auf ſeine Verrichtungen ein, und hat dem Vormunde, wenn er es nicht ſelbſt geworden iſt, Rechnung abzulegen.«

Art.§o6.»Der Mann iſt von Rechts wegen der Vor⸗ mund ſeiner interdicirten Frau⸗«

Dieſer Artikel iſt der P. g. Cod. qui dare etc. durchaus zuwider, nach welcher der Mann nicht Curator ſeiner Frau ſeyn konnte, weil es zu beſchwerlich ſeyn würde, ſich von ihm Rechnung ablegen zu laſſen. Die Verfügung unſeres Artikels iſt indeſſen viel beſſer⸗

Art. 507. Die Frau kann zur Vormünderinn ihres Mannes ernannt werden. Der Familienrath beſtimmt in dieſem Falle die Form und Bedingungen der Verwaltung; der Frau bleibt jedoch der Recurs an die Gerichte vorbe⸗ halten, wenn ſie durch den Schluß des Familienrathes ſich verletzt glauben ſollte.

Art.§o8s.Niemand, nur die Ehegatten, Ascendenten und Abkömmlinge ausgenommen, iſt ſchuldig, die Vormund⸗