Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
487
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I. Buch. Kl. Tit. Von der Volljährigkeit ꝛc. 437 Was die Verſchwender betrifft, dieſe waren der Gegen⸗ ſtand einer großen Berathſchlagung, die ich zum dritten Ca⸗ pitel dieſes Titels verweiſe.

bey den Römern wurde die Vormundſchaft unter die Zahl der öffentlichen Aemter gerechnet, ſie war mumes publicum. Allen Bürgern iſt daran gelegen daß Minderjährige nicht ohne Stütze⸗ ohne Huͤlfe, und hauptſächlich ohne Führer bleiben, die beſtimmt ſind, dem Schaden votzubeugen, den ihre Unerfahrenheit andern Menſchen und ihnen ſelbſt zuziehen kann Die Geſetze über die Vormundſchaft müſſen alſo ſogleich ohne einige Rukſicht auf die Vorſchriften der vor⸗ herigen Geſetze vollſtreckt werden; die Vormundſchaft muß folglich der Mutter wiedergegeben werden; der Minderjährige mag ſchon sui juris geworden ſeyn, oder auch noch unter der Vormundſchaft eines andern ſtehen.

Nicht ſo verhält es ſich mit den Geſetzen über den Genuß der Güter; ſie ſind nicht weſentlich mit dem allgemeinen In⸗ tereſſe verbunden, ſondern beſtimmen nur das Privat⸗Inte⸗ reſſe; ſie müſſen ſich folglich nur auf die Güter erſtrecken, deren Genuß das Kind zur Zeit ihrer Erſcheinung noch nicht hatte In der That gelangt man zu dieſer Entſcheidung, wenn man an⸗ nimmt, daß dingliche Statuten keiaen Eingriff in erworbe⸗ ne Rechte machen können. Denn man kann nicht läugnen, daß der Genuß etwas dingliches iſt; ſteht er wohl in einem unmittelbaren Verhältniſſe mit der Perſon? Wird er nicht an den Gütern ausgeübt? Klebt er ihnen nicht an? Und was iſt wohl reellerſ als das, was nach dem Naturrechte das Sigenthum ausmacht, als das, was nach dem buͤrger lichen Rechte das Eigenthum vollſtzidig macht? Im Stande der Natur beſteht das Eigenthum bloß in dem Beſitze und im Stande der Eiviliſativn iſt Eigenthum ohne Beſitz, ohne Ge⸗ nuß nur ein unnützes Recht, eine Chimäre. Die Geſetze alſo, welche die Art des Genuſſes beſtimmen, können ſo wenig als ir⸗ gend ein anderes dingliches Statut erworbene Rechte kränken.

Hat aber im vorliegenden Fale der Minderzährige erwor⸗ bene Rechte? unbegreiflich iſt es, wie man hieran zweiflen kann: es gibt doch keine mehr erworbene, keine der Perſon, die ſie hat, mehr anklebende Rechte, als jene, die mittelſt Srb⸗ folge erworben worden ſind. Ein Erbe tritt ja in alle Rechte deſſen, den er vorſtellt, ein, in omne jus et causum de- unetiz im Augenblicke, wo die Erbſchaft eröffnet wird, geht der