Vorrede. 3
Nützlichkeit ein, gleichfalls die Artikel anzuzeigen, die mit den alten Geſetzen übereinſtimmen, oder ihnen entgegenge⸗ ſetzt ſind, damit die aus unſerer alten Rechtswiſſenſchaft bey⸗ behaltenen Puncte dem Geſetzbuche zur Ergänzung dienen, und die jungen Leute, wenn ſie einmahl von der Abſchaf⸗ fung eines Grundſatzes benachrichtigt ſind, gegen die Schlußfolgen auf ihrer Hut ſeyn möchten, die die Rechtsge⸗ lehrten daraus herleiteten.
Bey dieſer Art von Zuſammenſtellung habe ich mich vor⸗ züglich an den römiſchen Geſetzen gehalten, weil dieſe alle Theile der Geſetzgebung umfaſſen, weil das Beſte, was in den Gewohnheits⸗Rechten*) entha'ten iſt, aus dieſen ge⸗ ſchöpft wurde, und die guten Commentatvren ſich gerade die⸗ ſer zur Auslegung der Gewohnheiten bedienen⸗
*) Frankreich war ehemals in Hinſicht der Rechte, die darin gal⸗ ten, in Provincias juris scripti, und non scripti seu consuetudi- narii, Pays de droit 6erit, und pays coutumiers eingetheilt, je nach⸗ dem nehmlich entweder das römiſche Recht in einer Provinz galt, oder die Provin; ihre eigene alte Gebräuche und Gewohn⸗ heiten hatte, die in bürgerlichen Fällen zur Entſcheidungs⸗Norm dienten. Ohne in die unterſuchung des Urſprunges dieſer Ein⸗ theilung einzugehen, der nach der richtigern Meinung in die unruhigen letzten Zeiten der Carolingiſchen, und in die erſten der Capetingiſchen Dynaſtie fällt, will ſch bloß bemerken, daß zur erſten Claſſe die Provinzen Guyenne, Languedoe, le Forets, le Beaujolois, Auvergnée, und überhaupt alle Provinzen gehör⸗ ten; die der Gerichtsbarkeit der Parlamente von Toulouſe, Bourdeaux, Grenoble, Air, Pau und einige wenige, die jener des Parlamettes von Paris unterworfen waren, dahingegen alle andere, die den größten Theil Frankreichs ausmachten, zur zwey⸗ ten Cläſſe gerechnet wurden, und daß die Zahl dieſer verſchiede⸗ nen Gewohuheitsrechte ſich auf faſt 40s belief. Siehe Silber⸗ kad Hist. juris Gallic. Ppit. F.„.


