Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
502
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30½ Nachtrag.

rigen durch vier Zeugen bey dem Heiraths⸗Aete, auf eine gültige Weiſe bezeugt wird;

Daß endlich in dem Falle, wo in dem Sterbe⸗Aete der Eltern oder Groß⸗Eltern ein Buchſtabe oder ein Vornahme ausgelaſſen iſt, die unter einem Eide abgegebene Erklaͤrung der Perſonen, deren Einwilligung nothwendig iſt, in Betreff der Minderjaͤhrigen und jene der Parteyen und Zeugen in Betreff der Großjaͤhrigen auch hinreichen müſſe, und daß es in allen dieſen Fällen nicht noͤthig ſey, die Regiſter des Civil⸗Standes zu berichtigen, welche Berich⸗ tigung nur zufolge eines Urtheils geſchehen kann.

Dieſe erwähnten Formalſtaͤten ſind nur bey dem Heiraths⸗Aete nothwendig, nicht aber bey den Verkuͤndigungen, die jedesmahl nach den Angaben geſchehen müſſen, welche die Parteyen den Be⸗ amten des Civil⸗Standes ſchriftlich uͤberreichen.

Nach Vorſchrift des 100 Artikels des Geſetzbuchs Napoleons koͤnnen die von den Eltern oder Zeugen gemachten Eirklärungen den Parteyen zu keinem Nachthe le gereichen, welche ſolche nicht nach⸗ geſucht haben und nicht dabey gegenwaͤrtig geweſen ſind.

Zur Note beym Art. 157.

Durch ein am 7. November 1807 vom der Seetion des requstes erlaſſenes Urtheil hat der Caſſations⸗Hof entſchieden; daß die Ge⸗ genwart des Kindes bey der neberreichung der chrerbiethigen Acte, wodurch es ſich den Rath ſeiner Eltern vor ſeiner Verheirathung ausbittet, nicht nothwendig ſey, weil das Geſetz dieſe perſönliche Gegenwart nicht vorſchreibt; und aus dieſem Grunde verwarf er das Geſuch des Hrn. Morel⸗ Vater, welches er um Caſſation eines Urtheiles des Appellations⸗Hofes von Rouen: wodurch das nehmliche erkannt worden war, eingelegt hatte.

Bey eben dieſer Gelegenheit entſchied noch der Caſſations⸗Hof a) daß in den ehrerbiethigen Aeten ſo gar der Ausdruck: Aufforde⸗ rung vorkommen duͤrfe, wenn ſie nur öbrigens in ehrfurchtsvollen Ausdruͤcken abgefaßt ſind, und p) daß guch noch nach Ablauf der

im Art. 178 feſtgeſetzten Friſt über das Geſuch um Aufhebung der

gegen eine Heirath eingelegten Oppoſition in der Appellations⸗In⸗ ſtanz erkannt werden koͤnne, weil eines Theils geſagter Artikel die Inſtanz deßwegen nicht fuͤr erloſchen erklärt, weun in zehn Tagen über das Geſuch um Aufhebung der Oppoſition nicht erkannt wor⸗ den iſt, andern Theils aber dieſe Friſt nur zu Gunſten derjenigen,

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