I. Buch. Xl. Tit. Von der Volljährigkeit ꝛe. 487
Was die Verſchwender betrifft, dieſe waren der Gegen⸗ ſtand einer großen Berathſchlagung, die ich zum dritten Ca⸗ f pitel dieſes Titels verweiſe.
bey den Römern wurde die Vormundſchaft unter die Zahl der öffentlichen Aemter gerechnet, ſie war mumes publicum. Allen Bürgern iſt daran gelegen daß Minderjährige nicht ohne Stütze, ohne Huͤlfe, und hauptſächlich ohne Führer bleiben, die beſtimmt ſind, dem Schaden vorzubeugen, den ihre Unerfahrenheit andern Menſchen und ihnen ſelbſt zuziehen kann Die Geſetze über die Vormundſchaft müſſen alſo ſogleich ohne einige Ruͤckſicht auf die Vorſchriften der vor— herigen Geſetze vollſtreckt werden; die Vormundſchaft muß folglich der Mutter wiedergegeben werden, der Minderjährige mag ſchon sur juris geworden ſeyn, oder auch noch unter der Vormundſchaft eines andern ſtehen.
Kicht ſo verhält es ſich mit den Geſetzen über den Genuß der Güter; ſie ſind nicht weſentlich mit dem allgemeinen In⸗ tereſſe verbunden, ſondern beſtimmen nur das Privat-Inte⸗ reſſe; ſie müſſen ſich folglich nur auf die Güter erſtrecken, deren Genuß das Kind zur Zeit ihrer Erſcheinung noch nicht hatte. In der That gelangt man zu dieſer Entſcheidung, wenn man an— nimmt, daß dingliche Statuten keinen Eingriff in erworbe— ne Rechte machen können. Denn man kann nicht läugnen, daß der Genuß etwas dingliches iſt; ſteht er wohl in einem unmittelbaren Verhältniſſe mit der Perſon? Wird er nicht an den Gütern ausgeübt? Klebt er ihnen nicht an? und — was iſt wohl reeller, als das, was nach dem Naturrechte das Eigenthum ausmacht, als das, was nach dem buͤrger⸗ lichen Rechte das Sigenthum vollſtändig macht? Im Stande der Natur beſteht das Eigenthum bloß in dem Beſitze, und im Stande der Civiliſation iſt Eigenthum ohne Beſitz, ohne Ge⸗ nuß nur ein unnützes Recht, eine Chimäre.— Die Geſetze alſo, welche die Art des Genuſſes beſtimmen, können ſo wenig als ir— gend ein anderes dingliches Statut erworbene Rechte kränken.
Hat aber im vorliegenden Falle der Minderjährige erwor⸗ bene Rechte? Unbegreiflich iſt es, wie man hieran zweiflen kann: es gibt doch keine mehr erworbene, keine der Perſon; die ſie hat, mehr anklebende Rechte, als jene, die mittelſt Srb⸗ folge erworben worden ſind. Ein Erbe tritt ja in alle Rechte deſſen, den er vorſtellt, ein, in omne Jus et causum de- Functiz im Augenblicke, wo die Erbſchaft sröffnet wird, geht der


