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ſiebenzigſte Lebensjahr noch nicht zuruͤckgelegt haben wuͤrde, ein bloßer Curator beſtellt werden, welcher ſein Vermoͤgen blos adminiſtrirt und keineswegs als Praͤſnmtiverbe beſitzt.
2) Der Abweſende wird von denjenigen Individuen beerbt, welche am Schluſſe ſeines ſiebenzigſten Lebensjahres ſeine In⸗ teſtaterben wuͤrden geweſen ſeyn. Hatte er ein ſonſt guͤltiges Teſtament errichtet, und ſind in dieſer Periode die Teſtamentot erben erbfaͤhig, ſo gehen ſie natuͤrlich vor.
3) Lebt der Abweſende wahrſcheinlich— bis zum Beweis des Gegentheils— bis zu ſeinem ſiebenzigſten Lebensjahr, ſo fallen ihm auch Legate und Erbſchaften in ſo weit zu, als er ſie ohne Annahme und Antretung ipso jure erwerben kann. Wer den Abweſenden oder ſeine Erben davon aus⸗ ſchließen will, muß beweiſen, daß der Abweſende vor dem ſiebenziaſten Lebensjahre geſtorben ſey.
Die franzoſiſche Geſetzaebung ſchöpft keineswegs die Vermuthung des Todes des Verſchwundenen oder Verſtumm⸗ ten aus der wahrſcheinlichen Dauer des menſchlichen Lebens. Sie gruͤndet vielmehr auf das Verſchwinden oder Verſtum⸗ men ſelbſt die mogliche Vermuthung ſeines Todes. Sie geht nicht von einem Geſetz der phyſiſchen, ſondern der pſyecvlo⸗ giſchen Natur des Menſchen aus. Sie nimmt an, daß Ver⸗ bindungen der Freundſchaft, des Umgangs und der Familie, Liebe zum Eigen hum und zur Heimath zu ſtark auf die menſch⸗ liche Seele wirken, um ein plotzliches Verſchwinden, oder Verſtummen des abweſenden Individuums anders als durch den Tod deſſelben erklären zu können. Doch legt ſie anfangs dieſer Moͤglichkeit nicht Gewicht genug bei, um ſie als zuri⸗ ſtiſche Praͤſumtton oder Hypotheſe bis zum Beweiß des Ge⸗ gentheils in Wirkſamkeit zu ſeßen. Sie nimmt fuͤnf Jahre lang damit Anſtand, und laͤßt während dieſem Zeit⸗ daum blos die im Fall einer vermutheten Abweſenheit verord⸗ neten Maasregeln eintreten. Sie laͤßt nach Umſtänden, und ſo lange ſich das Verſtummen oder Verſchwinden des Abwe⸗ ſenden noch aus andern Gruͤnden erklären läßt, die ganze Hypotheſe noch langere Zeit hindurch auf ſich ſelbſt beruhen. Etſt, wenn alle Vermuthungen des Gegentheils durch lan⸗ gen Zeitablauf ihr Gewicht verleren haben, wenn das ein ganzes Menſchenalter hindurch fortgeſetzte Stillſchweigen des Abweſenden die mämliche Hypotheſe zur hohen hiſtoriſchen Wahrſcheinlichkeit erhebt, laßt ſie das Geſetz als juriſtiſche Praͤſumtion wirkſam werden— aber naturlich nach dem⸗ jenigen Zeitpunct wo die ſie begruͤndende Erſcheinung einge⸗


