4 eigenen Geſetzgebung vereinigen werde— ſo dürfte man wohl die Frage leicht entſcheiden: ob eine ſolche teutſche Geſetzgebung der Rezeption des Code Na- poleon vorzuziehen ſey?— Das National⸗Be⸗ dürfniß einer teutſchen Geſetzgebung ſchuf ſchon in Prenſſen, Oeſtreich und Bayern Geſetzbücher. Was
ſind ſie aber für die übrigen teutſchen Lande anders
geblieben, als wiſſenſchaftliche Vermehrungen der Geſetzkunde? Vielleicht treten bei dem Code Napo⸗ 160n günſtigere Verhältniſſe zur Univerſalirung eines neuen Geſetzbuchs ein, als bisher den übrigen neuen Geſetzgebungen ſeit Juſtinians Zeiten zur Seite ſtan⸗ den; und dann iſt wenigſtens der Vortheil eines glei⸗ chen Civilgeſetzes für die Lande des rheiniſchen Bun⸗ des— näher gebracht.
Die Frage: Ob?— dürfte in Anſebung der Rezeption des Code Napoléon durch den bereits ge⸗ äuſſerten Willen vieler teutſchen Souverains, und ſelbſt Eurer Hoheit, ſo entſchieden ſeyn, daß jede Verweilung bei dieſer Frage überflüſſig ſcheint.
Da die den Landen Eurer Hobeit nächſtgelege⸗ nen Staaten, als Weſtpbalen und Berg, den Code NMapoléon bereits ohne Vorbehalt, Bayern und Baden denſelben mit Modifikationen aufgenommen, Heſſen und Naſſau biezn aber ähnliche Vorbereitun⸗ gen gemacht haben: ſo würden die kleinen Landes⸗ theile Eurer Hoheit ohnehin mit ihrer alten Geſetzge⸗ bung iſolirt daſteben, wenn Höchſtdieſelben jenem Beiſpiele nicht folgen wollten. Dieſe Frage haben


