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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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38. Der Beamte des Civilſtandes lieſt den erſchei⸗ nenden Theilen oder ihren Bevollmaͤchtigten und den Zeu⸗ gen die Acten vor. Es geſchieht darin von der Erfuͤllung dieſer Feierlichkeit Meldung.

39. Dieſe Acten werden unterzeichnet von dem Be⸗ amten des Civilſtandes, von den gegenwärtigen Theilen und den Zeugen; und geſchieht dies nicht, ſo ſoll die Ur⸗ ſache bemerkt werden, warum die beiden letztern nicht un⸗ terzeichnet haben.

40. In jeder Gemeinde werden die Acten des Ci⸗ vilſtandes in ein oder mehrere Regiſter oder Verzeichniſſe eingeſchrieben. Die Regiſter werden doppelt gehalten.

41. Die Regiſter werden auf dem erſten und letzten Blatte von dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz, oder von dem Richter, der ſeine Stelle vertritt, numerirt. Ebenderſelbe ſetzt auf jedes Blatt ſeinen Handzug.

42. Die Acten werden nach einander und ohne Zwi⸗ ſchenraum in die Regiſter eingeſchrieben. Wird etwas aus⸗ geſtrichen und zur Seite geſetzt, ſo muß dies auf die naͤm⸗ liche Art genehmigt und untetzeichnet werden, wie die gan⸗ ze Acte⸗ Abkuͤrzungsweiſe ſoll darin nichts geſchrieben, und jedes Datum in Buchſtaben, und nicht in Zahlen aus⸗ gedruͤckt werden.

43. Am Ende eines jeden Jahres werden die Regi⸗ ſter von dem Beamten des Civilſtandes geſchloſſen, und in dem erſten Monat darauf legt er ein Exemplar davon in die Archive der Gemeinde nieder, das andere in die Kanzlei des Gerichts erſter Inſtanz.

44. Vollmachten und andere Papiere werden, nach⸗ dem ſowohl die Perſon, die ſie auflegt, als der Beamte des Civilſtandes ihren Handzug darauf geſetzt haben, den Acten angehaͤngt, und mit dem zweiten Exemplar der Re⸗ giſter, deren Hinterlegung in die Kanzlei des Gerichtes erſter Inſtanz befohlen iſt, in die bemeldete Kanzlei nieder⸗ gelegt⸗

45. Es ſteht jedem frei, ſich Auszuͤge aus den Re⸗ giſtern des Civilſtandes geben zu laſſen, und zwar von denjenigen, bei denen die Regiſter hinterlegt ſind. Dieſe Acten und Auszuͤge werden gleichlautend mit den Regiſtern ausgefertigt, und von dem Praͤſidenten des Gerichts erſter

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