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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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33. Dasjenige, was der Verurtheilte ſeit dem Augen⸗ blicke ſeines buͤrgerlichen Todes erworben, und am Tage ſeines natuͤrlichen Todes im Beſitz hat, gehoͤrt dem Staa⸗ te kraft ſeines Rechtes auf erbloſen Nachlaß.

Jedoch iſt es dem Kaiſer unbenommen, zum Vortheil der Wittwe, Kinder oder ſonſtigen Verwandten des Ver⸗ urtheilten, uͤber dieſe Guͤter ſolche Verfügungen zu treffen, die ihm die Menſchlichkeit eingibt.

Von den Acten des Civilſtandes*.

Allgemeine Verfuͤgungen.

Art. 34. Die Acten des Civilſtandes**) ſollen das Jahr, den Tag und die Stunde ausdruͤcken, wo man ſie aufſetzt; die Namen, Vornamen, das Alter, Gewerb und den Wohnort aller derer, die varin benannt werden. 35. Die Beamten des Civilſtandes haben in die Ac⸗ ten, die ſie aufſetzen, nur dasjenige einzuruͤcken, was die vor ihnen erſcheinenden Perſonen erklaͤren muͤſſen; jedes andere Einſchiebſel iſt ihnen unterſagt, es werde nun durch eine Anmerkung oder auf jede andere Art ausgedruͤckt. 36. In den Faͤllen, wo die intereſſirten Theile nicht gehalten ſind, perſoͤnlich zu erſcheinen, ſteht es ihnen frei, ſich eines Bevollmaͤchtigten zu bedienen, der dann eine be ſondere authentiſche Vollmacht haben muß. 37. Alle bei den Acten des Civilſtandes aufgefuͤhrte Zeugen muͤſſen männlichen Geſchlechts, wenigſtens einund⸗ zwanzig Jahre alt, Verwandte oder auch nicht Verwandte ſeyn; ſie werden von den betheiligten Perſonen gewählt. *) Geſetz vom 20. Ventoſe 11. J.(11. Mäͤrz 1803). Promulg. den 30.(21. März 1803).

**) Man nennt Acten des Civilſtandes diejenigen ſchriftlichen Auf⸗ ſätze, die dazu beſtimmt ſind, die Geburten, Heirathen, Ehe⸗ ſcheidungen und Sterbfälle zu beweiſen.