184
riums oder des Referats in Juſtizſachen zuſammen⸗ haͤngen. 8) Die Patrimonialgerichte koͤnnen als erſte In⸗ ſtanzbehoͤrde fortdauern, da es ganz einerlei iſt, ob der Beamte oder der Richter der untern Inſtanz vom Souverain unmittelbar, oder mittelbar durch den Eigenthüͤmer der Jurisdiction ernannt wird.
9) Die zweite Inſtanz der Standesherrn dage⸗ gen, welche wohl nur eine irrige Interpretation der Bundesakte denſelben beigelegt hat, kann nicht fort⸗ dauern. Der Bezirk der Obergerichte muß durch geographiſche Ruͤckſichten und durch Volksmenge be⸗ ſtimmt werden. Hiermit ſind die Zufaͤlligkeiten un⸗ vereinbar, nach welchen ſich die Obergerichte der Standesherrn gebildet haben.
10) Die privilegirte Gerichtsbarkeit kann ebenfalls fortdauern, ſo lange wir keine wahre Frie⸗ densgerichte und keine Tribunale erſter Inſtanz im Sinn der franzoſiſchen Verfaſſung beſitzen. In Frankreich wurde eine privilegirte Gerichtsbarkeit fuͤr die Staatsdiener und den neugeſchaffenen Adel nicht ohne Inconſequenz eingefuͤhrt werden konnen, da der geringſte gleich dem vornehmſten Buͤrger der Wohl⸗ that genießt, gleich in der erſten Inſtanz ein Ju⸗ ſtizkollegium zum Richter zu haben, und die Friedensgerichte nur als Ausnahme von der Regel in geringfügigen Sachen in erſter Inſtanz erkennen.— Doch konnen diejenigen, welche eine privilegirte Ge⸗ richtsbarkeit genießen, nur auf Eine Inſtanz An⸗ ſpruch machen.
In den adminiſtrativen und kirchlichen Einrichtungen wird ſich folgendes aͤndern:
1) die ſogenannte willkuhrliche Gerichtsbarkeit wird den Gerichten entzogen und den Landſchreibe⸗ reien uͤbergeben werden. Das Rotariat kann dieſen Nahmen annehmen; man kann aber auch die Land⸗ ſchreiber, wenn man will, Notare nennen⸗ Daß


