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ſeines Lebens, zum künftigen Stifter oder Mitglied
einer neuen Familie ziehen. Er bemächtigt ſich ſei⸗ nes geiſtigen Daſeyns.
Die mütterliche Liebe identificirt ihr pbyſiſches Leben mit dem phyſiſchen Leben des Kindes. Die Eigenliebe des Mannes ſiebt im Kinde den Fortſetzer ſeines Ramens, ſeiner Wückſamkeit, ſeiner Tbat⸗ kraft.
So werden beide Eltern durch das Kind an eine
Zukunft geknüpft, in welcher ſie ſelbſt nicht mehr le⸗ So ſetzen ſie ſchi in der Vorſtellung ins Unend⸗ liche fort.
So geht aus einem antropologiſchen Geſetz zwi⸗ ſchen Eltern und Kindern die Familieneinheit, die Einheit des Intereſſes, die Einheit des hervor.
Das Eigenthum des Vaters und der Mutter iſt in der Vorſtellung derſelben auch ſchon Eigenthum des Kindes. Das Eigenthum des Kindes iſt Eigen⸗ tbum der Familie.— Der Regent des Ganzen iſt der Mann.
Etwas Höberes als dieſe Familieneinheit gibt es nicht. Die Einmiſchung des unberufenen Dritten in das heilige Familienband, ſein Eindringen in die Ausübung der Familienmagiſtratur, iſt Eingriff in die Rechte der Natur.
Das Geſetz— indem es die väterliche Gewalt proclamirt— iſt weiter nichts als ihr Spiegel; es iſt Wiederhall des menſchlichen Herzens.


