73 Gewalt an die Volljährigkeit des Kindes zu binden. — Die Bermundſchaft iſt nur ein Surrogat des in der väterlichen Gewalt enthaltenen Schutzes. Sie kann nicht neben ihr beſtehen, ſie kann ſich nicht
über ſie erheben. Nur dem Vaterloſen ſoll das
Geſetz in der Familie einen Vormund geben, der Vater ſelbſt dagegen kann nie Vormund ſeyn. Entſpricht dieſe Anſicht der Hekonomie der menſchlichen Ratur, ſo iſt die ſtanzöſiſche Vot⸗ munds⸗Ordnung von irrigen oberſten Principien aus⸗ gegangen. Die Grundſätze des gemeinen Rechts, nach welchen die väterliche Gewalt durch die beſon⸗ dere Haushaltung des Kindes, nicht gerade durch die Volljährigkeit deſſelben aufgehoben wird, nach welchen der väterliche Uſufrukt ſo lange fortdauert, als die väterliche Gewalt ſelbſt, und die Vormund⸗ ſchaft nie dem Vater übertragen, auch nie neben der väterlichen Gewalt ausgeübt werden kann— dieſe Grundſätze entſprechen einer reinern Rechtsmetapbyſik.
Hülflos tritt der neue Erdenbürger in die Wekt. Mutterliebe iſt ſeine Pflegerin. Die Ratur hat ſie zu ſeinem Schutzengel beſtellt. Sie begleitet ihn
durch das kindiſche Alter und bewacht ſein phyſi⸗
ſches Daſeyn.
Aber dem Mann, dem ſich die Mutter hingege⸗ ben hat, iſt auch das Kind theuer. Er eignet es ſich, der Mutter wegen zu. Er betrachtet es als ihr Ge⸗ chenk. Er will es zum Menſchen, zum Begleiter


