47
geleiſtete ſichernde Stipulation, auf eine beſtimmte Summe gerichtet; dieſe Summe wurde an den Be⸗ rechtigten verwürkt und von demſelben klagbar einge⸗ fotdert, wenn der, für welchen Bürgſchaft geſtellt war, Cautionswidrig gehandelt batte. Der Ober⸗ vormund— wagistratus— mußte von Amtswegen die Cautionsleiſtung bewürken. Er ſetzte ſich im Un⸗ terlaſſungsfall der actio tutelae subsidiaria contra magistratum aus.
Die römiſche Geſetzgebung ging noch weiter. Wo die Caution als Thatſache fehlte, ſchuf das Geſetz ſelbſt eine Caution. Sie ertheilte dem Pupil⸗ len ein privilegium exigendi bei der Concurtenz mit andern Gläubigern des Schuldners*). Gegen den Dritten würkte der Vorzug nicht. Das Juſtinia⸗ neiſche Recht, oder wahrſcheinlich der deutſche Ge⸗ richtsgebrauch verwandelte das privilegium exigen- di in eine geſetzliche ſtillſchweigende, gegen den Drit⸗ ten würkende Hypotbek.
Indem das franzöſiſche Geſetz keine Vormundes Caution fordert, ſcheint es für den Schutzbedürftigen weniger geſorgt zu haben, als das römiſche. Es hat aber andere, dem römiſchen Rechte theils uachgebil⸗ dete, theils ihm unbekannte Schutzanſtalten getrof⸗ fen. Und dieſe erſetzen und übertreffen ſogar die Vorſorge des römiſchen Rechts. Denn
a) diejenige Sicherheit, welche das römiſche Recht durch das Geſetz ohne eine des Menſchen *) D. XXVI. 3. fr. 39.


