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dieſes Mistrauen aus der einen und nemlichen Quelle fließen. Eine Geſetzgebung, welche auf der einen Seite
der Eigenſchaften der Perſon wegen, den Vor⸗
mund wählt, und auf der andern Seite wieder, als
wären dieſe Eigenſchaften nicht da, Caution for⸗
dert, ſcheint nicht in Harmonie mit ſich ſelbſt. Dieſes ganze Raiſonnement bat indeſſen mehr
ſophiſtiſchen Schein als Sachgehalt. Allen Verfü⸗
gungen der Geſetzgebung liegt Mistrauen und Zu⸗ trauen zugleich zum Grunde. Jedem quilibet prae- sumitur bonus ſteht ein quilibet praesumitur ma- lus zur Seite. Es wäre eine, eines philoſophiſchen Kopfes würdige Aufgabe, zu zeigen, wie alle Geſetz⸗ gebungen, ohne klares Bewußtſeyn von jener dop⸗ pelten und widerſprechenden Grundanſicht zugleich geleitet worden ſind, und wie ſie dadurch der wahren menſchlichen Ratur, wie ſie die Erfahrung in ihrer räthſelhaften Zweideutigkeit enthüllt, gehuldigt haben.
Da für die Sicherheit des Pupillen nie genug geſorgt werden kann, da unſtreitig, wenn alle andere Umſtände einander gleich ſind, ein Vormund mit Caution mehr Sicherheit gewährt, als ein Vormund ohne Caution, ſo läßt ſich immer die Vorſorge des römiſchen Rechts— die cautio tutoris, rem pu- pilli salvam fore— rechtfertigen.
Dieſe Caution mußte durch beſondere Stipula⸗ tion vom Vormund ſelbſt, oder von einem Dritten geleiſtet werden. Sie war, wie die vom Uſuftuctnar


