Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811)
Entstehung
Seite
43
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45 3) Das die Berichtigung verfügende Urtheil kann nie demjenigen entgegen geſetzt werden, der es nicht verlangt hat, oder der nicht dabei gehört worden iſt (100). 4) Das nämliche Urtheil iſt der den bürgerlichen Rechtszuſtand beurkundende Beamte, ſobald es ihm

nachſucht, überreicht dem Präſidenten des Tribunals erſter Inſtanz ein desfalſiges Geſuch(requéte).

2) Ueber den Jnhalt dieſer requéte wird an das Tribunal von einem Mitgliede deſſelben berichtet. Die Anträge des kaiſerlichen Vevollmächtigten werden gehört.

3) Entweder findet das Tribunal für gut, ſofort auf das requéte zu verfügen, oder vorher die intereſſirten Theile zu hören, und den Familienrath herbeirufen zu laſſen. Sowohl im einen als im andern Falle verfügt es, was es für ſachge⸗ mäß hält.

4) Verfügt es auf die requéte, ohne die intereſſirten Theile herbeizurufen, ſo ſteht dem Kläger, wenn er mit der Ver⸗ fugung(jugement) unzufrieden iſt, der Weg der Appella⸗ tion offen. Er hat dazu vom Tage der Erlaſſung dieſer Ver, fügung an gerechnet, drei Monat Zeit. Er überreicht dem Präſidenten des Appellationshofes ein desfalſiges ſchriftliches Geſuch(requéte). Auf dieſes Geſuch beſtimmt der Präſident den Tag, an welchem über daſſelbe in der Audienz nach An⸗ hörung der Anträge des kaiſerlichen Bevollmächtigten verfügt wird.

5) Verfügt das Tribunal die Herbeirufung und Anhörung der intereſſirten Partheien, ſo findet ſich entweder der Klä⸗ ger mit demſelben ſchon in einen Rechtsſtreit verwickelt, auf welchen ſich die verlangte Rectification der acte de Iétat civil bezieht(es parties sont deja en instance) oder nicht. Im

erſten Fall erfolgt die Signification jener richterlichen Ver⸗ fügung durch acte d'avoué à avous, im zweiten durch ex⸗- ploit dlhuissier. Im letzten Falle wird zwiſchen beiden Thei⸗ len in der Audienz gehandelt, ohne vorgängiges Verſöhnungs⸗ verfahren vor dem Friedensrichter.