Teil eines Werkes 
Erster Band (1811)
Entstehung
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vertraut, und in den Geiſt eines l'Hopital, Lamoignon, Domat, d'Agueſſeau, Pothier, und anderer eingeweiht waren. Ih⸗ re Vorſtellungsarten ſtanden mit den Vorſtel⸗ lungsarten der alten Jurisprudenz in genauer Berührung. Sie trugen die Blütben der lez⸗ tern in das neue Geſezbuch über. Selbſt die alte Kunſtſprache blieb die Kunſtſprache der neuen Legislation. Die neue franzöſiſche Ge⸗ richtsordnung vom Jahr 1306 welche aus⸗ ländiſchen Leſern ungefehr ſo verſtändlich iſt, wie die myſtiſchen Schriften des Schuſters von Gör⸗ liz, oder ſeines großen Schülers, des nicht we⸗ niger myſtiſchen Naturphiloſophen Schelling einem deutſchen Geheimenrath würde dem gemeinſten Advokaten, aus dem Zeitalter Lud⸗ wig des XWten keine große Schwierigkeiten dar⸗ geboten haben.

Dieſer Karakter des Kodex Napoleon und der franzöſiſchen Gerichtsordnung verſchwindet, ſobald man beyde auf deutſchen Boden und in deutſche Gerichte verpflanzt.

Sprache, Darſtellung, Sache, alles iſt für deutſche Richter und Anwälde fremdartig, abentheuerlich, unverſtändlich.

Frankreichs Civilgeſezgebung ſtellt für Deutſchland keine aus dem beſtebenden hervor⸗