Fuͤnfter Titel. „ PVonder Ehe.
152. Artikel.
Der rechtliche Grund, die Einwilligung der Aeltern, Großaͤltern oder Vormuͤnder in die Hei⸗ rathen der Kinder und Pflegbefohlnen zu for⸗ dern, iſt kaum ein anderer, als das Beduͤrfniß der letzteren Unterſtuͤtzung zu genießen, bis ſie im Stande ſind, vollkommen fuͤr ſich ſelbſt zu ſor⸗ gen. Nach den gewoöhnlichen Verhaͤltniſſen kann man dieſe Zeit ſicher mit der zuſammentreffen laſ⸗
ſen, wo die Volhzaͤhrigkeit uͤberhaupt eintritt.
Mithin duͤrfte die Verfuͤgung, daß die Soͤhne noch fuͤnf Jahre und die Toͤchter noch vier Jahre laͤnger der Einwilligung zur Ehe beduͤrfen, wie⸗ wohl auf eine minder verbindende Weiſe, aus jenen Grunden nicht herzuleiten ſeyn. Ob mo⸗ raliſche Gruͤnde ſie anrathen, ſcheint wenigſtens zweifelhaft. Es iſt allerdings wuͤnſchenswerth,


