(10) Erſtes Kapitel. Von der Eroͤfnung der Erbſchaften, und dem Antritt(de la saisine) der Erben. Art. VIII.
Die Erbſchaft wird durch den naturlichen Tod und durch den buͤrgerlichen(Civil) Tod eröfnet.
Anmerkungen⸗
durch den Willen des Menſchen uͤbertragen, und die, welche, in Ermangelung des Ausdrucks dieſes Wil⸗ lens, von dem Geſetz uͤbertragen wird. Hier iſt von der letzten, von der rechtmäſigen Erbfelge, von der Erbfolge ab Intestat die Rede. Die erſte macht den Gegenſtand des zweiten Titels dieſes Buches aus.
Dieſer erſte Titel enthaͤlt aiſo: das vermuthliche Teſtament eines Verſtorbenen, der keinen entgegen⸗ geſetzten Willen ausgedruͤckt haͤtte. Es kam alſo vor allem darauf an, ſich von der Macht der natuͤrlichen Neigungen zu durchdringen. Das Geſetz verfuͤgt fuͤr alle die, welche nicht felbſt verfügt haben: es ver⸗ muthet, daß ſie keinen andern Willen als den ſeinigen gehabt haben. Es muß alſo ſo verfuͤgen, wie der Verſtorbene felbſt in den letzten Augenblicken ſeines Lebens verfügt haben wärde, haͤtte er ſich ausdruͤcken können oder wollen.
Zum Brt. 8 u. 9. Die allgemeinen Regeln worauf das Syſtem der Erbfolge beruht, iſt in der Natur begruͤndet, und bedarfkeiner Erlaͤuterung. Die Wohl⸗ that des Lebens, welche ein Kind von dem Vater erhält⸗ giebt ihm einen heiligen Anſpruch auf ſein Vermo⸗ gen. Wenn, der Orduung der Natur zuwider, un⸗ gluͤckliche Aeltern einem Kinde die Augen geſchloſſen
3 haben, welcher Geſetzgeber mochte ihnen dann ſeine
Hinterlaſſenſchaft entziehen? Sind keine Verwandte
iu getader Linie vorhanden, ſo läßt ſich vermuthen,


