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Napoleons I., Kaisers der Franzosen, Königs von Italien und Protectors des Rheinbundes Handelsgesetzbuch : Nach der Französischen Originalausgabe verdeutscht mit einer Einleitung und einigen erklärenden Anmerkungen auch einem vollständigen Sachregister / herausgegeben von D. Christian Daniel Erhard
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18 B. 4r T. Von der Guͤterſonderung. 27

66. Jedes Urthel, in welchem auf Trennung der perſoͤnlichen Gemeinſchaft(Scheidung von Tiſch und Bette) oder auf Eheſcheidung, in Anſehung ſolcher Ehe⸗ gatten erkannt iſt, von denen Einer Handel treibt, iſt den im g7aſten Artik. der Gerichtsordnung

auf ein deshalb an ihn gerichtetes Anſuchungsſchreiben ſeine Genehmi⸗ gung ertheilt hat. Indeß kann der Präſident, ehe er das Geſuch auto⸗ riſirt, vorher die ihm dießfaus nöthig dünkenden Erinnerungen machen.

Art. 866. Der Gerichtsſchreiber muß ſofort in eine deshalb in der Audienzſtube angeſchtagene Tabeue einen Auszug aus der Gü⸗ terſonderungsklage eintragen, in welchem enthalten ſeyn muß:*

1) das Datum der Klage;

2) Namen, Vornamen, Gewerbe und Wohnſitz der Ehegatten;

3) Namen und Wohnſitz des beſtellten Anwalds, der zu dieſem Behuf dem Gerichtsſchreiber innerhalb drey Tagen von Zeit der einge⸗ reichten Klage an gerechnet, gedachten Auszug zu ubergeben gehalten iſt.

Art. 867. Ein gleicher Auszug wird in die deshalb in der Audienzſiube des Handelsgerichts, in der Kammer der Anwälde erſter Inſtanz, und der Kammer der Notarien(wo es dergteichen giebh, befindlichen Tabetlen eingetragen. Dieſe Eintragung iſt vom Ge⸗ richtsſchreiber und Secretair jeder Kammer zu beglaubigen.

Art. 868. Derſeibe Auszug wird, auf Anſuchen der Ehefrau, in eines der am Orte, wo das Gericht ſeinen Sitz hat, erſcheinenden offentlichen Blätter, und wenn dort dergleichen nicht erſcheinen, in eine im Departement herauskommende Zeitung(wenn letzteres wirk⸗ lich der Fall iſi), eingerückt.

Die erfolgte Einrückung dieſes Aufſatzes iſt, nach Maßgabe der im LTitel von der Beſchlagnehmung unbeweglicher Güter Art. 683. enthaltenen Vorſchrift zu beurkunden.

Art. 869. Die conſervatoriſchen Verfügungen ausgenommen, darf auf die Gütertheitungsklage nicht eher ein Urthel geſprochen werden, als einen Monat nach Beobachtung aller dieſer vorüehend angeordneten Formalitäten. Dieſe aber ſind, bey Strafe der Aullität, (welche ſolchen Faus von Seiten des Ehemannes oder ſeiner Gläu⸗ biger vorgeſchützt werden kann,) zu beobachten.

Art. 370. Das Bekenntniß des Ehemannes bewirkt nie einen Beweis, ſelbſt wenn kein Gläubiger da iſt.

Art. 871. Die Gläubiger des Mannes können, bis zum Erfolg des Endurthels, den Anwald der Ehefrau mittelſt einer an denſelben durch ihren Anwald zu erlaſſende Zuſchrift, auffodern, ihnen die Güterſonderungsktage und die dabey zum Grunde gelegte Beweis⸗ urkunde mitzutheiten. Sie können ſelbſt zur Erhaltung ihrer Rechte, ohne vorgängige Gütepflegung, interveniren.

Art. 872. Das auf Güterſonderung geſprochene Urthet wird in offener Gerichtsſeſſion, und zwar im Handelsgericht(wenn an dem Hrte eines vorhanden iſt), öffentlich abgeleſen(publicirt). Ein Auszug aus dieſem Urthel, welcher den Tag und das Gericht, wo es geſprochen iſt, ſo wie Namen, Gewerbe und Aufenthalt der Ehegatten enthalten muß, ſoll in eine hierzu beſtimmte Tabelte einge⸗