inleitung.
Willkuͤhr des Inhabers uͤberlaſſen iſt, deſto weniger Ir⸗ rungen und deſto mehr Sicherheit fuͤr den Traſſanten. Auch die Verordnung,(1. B. Art. 145.), daß jeder, der einen Wechſel bezahlt, die Praͤſumtion fuͤr ſich habe, daß er dadurch von allen weitern Anſpruͤchen befreyt ſey, iſt den Verhaͤltniſſen des Wechſelhandels ſehr angemeſſen, und dem für im Handel laufende Papiere no⸗ thigen Zutrauen ſehr guͤnſtig. Verfaͤlſchung und Betrug werden nicht praͤſumirt: alſo muß der Bezogene oder der Intervenient(Acceptant oder Bezahler aus Achtung) die Tratte ſo lange fuͤr aͤcht halten, bis das Gegentheil wenigſtens wahrſcheinlich wird. Selbſt in den Gerichten muß man nach dieſem Grundſatze handeln, ſonſt koͤnnte man ja auch keine andern, als gerichtlich anerkannte, Tratten oder Giros zulaſſen, weil außerdem, nach Grundſaͤtzen des gemeinen Rechts, dem Praͤſentanten die Rechtfertigung(legitimatio ad causam) fehlen wuͤrde. Aber, was ſollte aus dem Wechſelverkehr werden, wenn er an die Regeln der gewoͤhnlichen Schuldverſchreibun⸗ gen gebunden ſeyn ſollte? Die Tratte wuͤrde dadurch den Charakter eines in Umlauf geſetzten, ſo oft die Stelle des baaren Geldes vertretenden, auf kaufmaͤnniſche Treue und Glauben ausgegebenen und weiter girirten Papiers verlieren. Von der andern Seite iſt aber auch der, welcher einen Wechſel zur Verfallzeit ohne Widerſpruch
bezahlt, nicht von aller Verbindlichkeit freygeſprochen.
Es wird nur, im Zweifel vorausgeſetzt, daß er guͤltigerweiſe bezahlt habe. Allein, daraus folgt nicht, daß man ihn, auf den Fall, wenn er, bey erheblichen Spuren des Betrugs, ſich grobe Verſchuldung, oder gar
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