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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
420
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418 Zwolfter Titel. Von gewagten Vertraͤgen*).

Art. 1964. Wenn bei einer Verabredung der Verluſt und Gewinn fuͤr alle Theile, oder fuͤr einen oder mehrere von ihnen, von einem ungewiſſen Ereigniß abhaͤngen; ſo heißt ſie ein gewagter Vertrag. 2

Dergleichen ſind:

der Verſicherungs⸗ oder Aſſecuranzvertrag,

die Bodmerei,

das Spiel und die Wette, der Leibrentenvertrag.

Von den beiden erſtern handeln die Geſetze uͤber den Seehandel.

Erſtes Capitel. Von dem Spiel und der Wette.

Art. 1965. Für eine Spielſchuld oder fuͤr die Erful⸗. lung einer Wette geſtattet das Geſetz keine Klage.

1966. Von dieſer Verfuͤngung ſind jene Spiele aus⸗ genommen, die geſchickt ſind, in den Waffen zu uͤben, Wettrennen zu Fuß und zu Pferde, oder zu Wagen, das Ballſpiel und andere aͤhnliche Spiele, zu welchen koͤrper⸗ liche Geſchicklichkeit und Fertigkeit gehoͤrt, und die den Koͤrper uͤben.

Jedoch kann auch in ihrer Hinſicht das Gericht die Klage abweiſen, wenn ihm die Summe uͤbermaͤßig ſcheint.

1967. In keinem Falle kann der Verlierer zuruͤck fordern, was er freiwillig bezahlt hat, es ſey denn, daß der Ge⸗ winner ihn uͤberliſtet, betrogen oder geprellt habe.

*) Geſetz vom 19. Ventoſe 12. Jahrs,(10. Maͤrz 1804). Pro⸗ mulgirt den 29.(20. Maͤrz 1804)..