— 417— Dritter Abſchnitt.
Von dem gerichtlichen Sequeſter, oder der gerichtlichen Hinterlegung.
Art. 1961. Vermoͤge richterlichen Befehls koͤnnen in gerichtliche Verwahrung gebracht werden:
lſtens, die weggenommenen beweglichen Effekten ei— 38 nes Schuldners;
2tens, ein unbewegliches Gut oder eine bewegliche Sache, deren Eigenthum oder Beſitz unter zwei oder mehreren Perſonen ſtreitig iſt;
3tens, alle Sachen, die ein Schuldner zu ſeiner Be⸗ freiung anbietet.
1962. Durch die Beſtellung eines ſolchen gerichtlichen Aufſehers entſtehen unter dem, der ſie bewirkt, und dem Aufſeher ſelbſt wechſelſeitige Pflichten. Letzterer muß fuͤr die Erhaltung der in Verwahrung genommenen Sachen ſorgen, wie ein guter Hausvater.
Er muß ſie ausliefern, entweder um ſie zum Beſten deſ⸗ ſen, der die gerichtliche Wegnahme erwirkt hat, zu verkaufen, oder dem Theile, gegen den ſie geſchehen iſt, letzteres naͤm⸗ lich in dem Falle, wenn der Richter die Wegnahme auf— hebt.
Die Verbindlichkeit deſſen, der die Verwahrung er⸗ wirkt, beſteht darin, daß er dem Aufſeher den vom Ge— ſetze beſtimmten Lohn entrichte.
1963. Was die Perſon betrifft, in deren Verwahrung eine Sache von Gerichtswegen gegeben wird, ſo vereini⸗ gen ſich entweder die Theile unter ſich daruͤber, oder der Richter ernennt ſie von Amtswegen.
In einem, wie in dem andern Falle, hat derjenige, dem die Sache anvertraut wird, alle Verbindlichkeiten des Verwahrers beim vertragsmaͤßigen Sequeſter.


