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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
411
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1903. Iſt ihm dies unmoͤglich: ſo muß er ihren Werth bezahlen, wobei die Zeit und der Ort in Rechnung kommt, wo gemaͤß der Verabredung die Sache wieder ge⸗ geben werden mußte.

Sind Zeit und Ort nicht in der Verabredung regu⸗ lirt: ſo wird uͤber die Zahlung nach den Preiſen des Ortes und der Zeit verfuͤgt, wo das Darlehn gemacht worden.

1904. Gibt der Anleiher die geliehenen Sachen oder ihren Werth in dem verabredeten Termin nicht zu⸗ ruͤck: ſo thun ſie Zinſen vom Tage der gerichtlichen Fo⸗ derungen.

Orittes Capitel.

Vom Darlehn auf Zinſen.

Art. 1905. Es iſt erlaubt, Zinſen auszubedingen fuͤr ein bloßes Darlehn an Geld, an Lebensmitteln, oder an⸗ dern beweglichen Sachen.

1906. Der Anleiher, der Zinſen bezahlt hat, die nicht ausbedungen waren, kann ſie nicht wieder fodern, noch auf die Hauptſchuld anrechnen.

1907. Zinſen ſind geſetzlich oder vertragsmaͤßig. Geſetzliche Zinſen regulirt das Geſetz, vertragsmaͤßige duͤrfen den geſetzlichen Zinsſatz uͤberſteigen, ſo oft das Ge⸗ ſetz ſolches nicht verbietet.

Wie hoch ſich die vertragsmaͤßigen Zinſen belaufen ſollen, muß ſchriftlich beſtimmt werden. 1908. Wer eine Hauptſchuld ohne Vorbehalt der

Zinſen quittirt, wird angeſehen, auch dieſe empfangen zu haben, und hat daher weiter keine Anſpruͤche.

1909. Man kann ſich Zinſen ausbedingen gegen eine Hauptſchuld oder ein Capital, das ſich der Darleiher ver⸗ bindet nicht wieder zu fordern.

In dieſem Falle bekommt das Darlehn den Namen der Rentbeſtellung.

1910. Eine ſolche Rente kann auf zweifache Art be⸗ ſtellt werden, entweder auf ewig, oder auf Lebenszeit.