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1776. Wenn beim Ablauf ſchriftlicher Pachtungen von Landguͤtern der Pachter im Beſitze bleibt und gelaſſen wird: ſo entſteht eine neue Pacht, deren Wirkung ſich nach dem Artikel 1774 regulirt.
1777. Der abgehende Pachter iſt gehalten, ſeinem Nachfolger in der Landwirthſchaft die gehoͤrigen Gebaͤude und jede ſonſtige Bequemlichkeit fuͤr die Arbeiten des fol⸗ genden Jahres zu laſſen, und wechſelſeitig muß der ein⸗ tretende Pachter dem abgehenden Pachter die gehoͤrigen Gebaͤude und jede ſonſtige Bequemlichkeit verſchaffen, de⸗ ren er zur Verbringung ſeines Futters und fuͤr die noch einzunehmende Erndte bedarf.
In einem wie in dem andern Falle hat man ſich hier⸗ in nach dem Ortsgebrauch zu richten.
1778. Auch muß der abgehende Pachter das Stroh und den Duͤnger vom letzten Jahre laſſen, wenn er ſolches ebenfalls bei ſeinem Antritte gefunden hat. Aber wenn er ſolches auch nicht bei ſeinem Antritte gefunden hat: ſo iſt dennoch der Eigenthuͤmer berechtigt, es nach der Schaͤtzung zuruͤck zu halten.
Drittes Capit el. Vom Miethvertrage einer Dienſtleiſtung.
Art. 1779. Dieſer Miethvertrag begreift unter ſich hauptſaͤchlich drei Arten: ſtens, die Miethe von Arbeitsleuten, die bei jemand in Dienſt treten;
2tens, die Miethe der Fuhrleute, ſowohl zu Waſſer als zu Lande, die ſich mit Uebermachung von Per⸗ ſonen und Waaren abgeben;
3tens, die Miethe von Werksunternehmern durch ver⸗ abredete Ueberſchlaͤge*).
*) Par suite de devis ou marchés. Ein ſolcher Ueberſchlag iſt nichts anders, als ein Handel, welcher die Clauſeln und Bedingungen enthaͤlt, woruͤber der Eigenthuͤmer und unter⸗ nehmer uͤbereingekommen ſind, um irgend ein Werk zu errich⸗ ten oder auszubeſſern. Ein ſolcher Handel, wobei gewoͤhnlich Plan und Ueberſchlag der Koſten find, enthaͤlt ausfuͤhrlich,


