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nachdem ſie von der Erde getrennt ſind, es ſey denn, daß zufolge des Pachtvertrags der Eigenthuͤmer einen gewiſſen, nur im Verhaͤltniſſe gegen das Ganze beſtimmten Antheil von der Erndte in Natur erhalte*; in welchem Falle der Eigenthuͤmer ebenfalls ſeinen Theil am Verluſt tragen muß, vorausgeſetzt uͤbrigens, daß der Pachter nicht im Verzug war, ihm ſeinen Antheil an der Erndte abzuliefern.
Ferner kann der Pachter keinen Nachlaß verlangen, wenn die Urſache des Schadens ſchon zur Zeit des ge⸗ ſchloſſenen Pachtcontraktes vorhanden und bekannt war.
1772. Durch eine ausdruͤckliche Verabredung kann der Pachter jeden ungefaͤhren Zufall uͤber ſich nehmen.
1773. Eine ſolche Verabredung iſt aber alsdann nur von gewoͤhnlichen Zufaͤllen zu verſtehen, wie vom Hagel, Blitz, Froſt oder Abfallen der Trauben.
Dagegen ſind nicht darunter zu verſtehen alle unge⸗ woͤhnliche ungefaͤhre Zufaͤlle, wiß Kriegsverheerungen, Ueberſchwemmungen, denen das Land gewoͤhnlich nicht un⸗ terworfen iſt, es ſey denn, daß der Pachter alle vorgeſe⸗ hene ſowohl, als unvorgeſehene ungefaͤhre Zufaͤlle uͤber⸗ nommen habe.
1774. So viel die Dauer einer nicht ſchriftlich ge⸗ machten Pacht eines Landgutes betrifft, ſo wird vermu⸗ thet, daß ſie die ganze Zeit hindurch dauern ſolle, die noͤ—
thig iſt, damit der Pachter alle Fruͤchte des verpachteten Gutes genießen koͤnne. 1
So iſt der Regel nach die Pachtung einer Wieſe, eines Weinberges, und jedes andern Grundſtuͤckes, wovon die Fruͤchte ganz im Laufe eines Jahres eingeerndtet wer⸗ den, als auf ein Jahr geſchehen zu betrachten.
Und iſt von verpachtetem Ackerland die Rede, das in gewiſſe Felder getheilt iſt: ſo wird die Pacht als auf ſo viel Jahre eingegangen angeſehen, als dergleichen Fel⸗ der ſind.
1775. Pachtungen von Ackerland, obſchon ſie nicht ſchriftlich ſind, endigen von ſelbſt beim Ablauf der Zeit,
worauf ſie dem vorhergehenden Artikel gemaͤß als geſchloſ⸗ ſen betrachtet werden.
*) 3. B. eine Haͤlfte, ein Drittel Viertel u.. w. 25


