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1744. Wenn bei dem Pacht⸗ oder Miethcontrakte ausbedungen iſt, daß im Falle, wo die verpachtete oder vermiethete Sache verkauft wuͤrde, der Ankaͤufer die Frei⸗ heit haben ſolle, den Pachter oder Miethsmann daraus zu ſetzen, ohne daß dabei uͤber die Schadloshaltung, die der Pachter fordern koͤnnte, etwas verabredet waͤre: ſo muß der Vermiether oder Verpachter den Miethsmann oder Pachter entſchaͤdigen, wie folgt:
1745. Iſt naͤmlich die Rede von einem Hauſe, Zim⸗ mer oder Kramladen: ſo bezahlt der Vermiether dem her⸗ ausgeſetzten Miethsmanne eine Summe, welche eben ſo groß iſt, als der Miethzins waͤhrend der Zeit, die dem Ortsgebrauche gemaͤß geſtattet werden muß von der Auf⸗ kuͤndigung an bis zur Raͤumung.
1746. Iſt die Rede von Landguͤtern: ſo beſteht die Entſchaͤdigung, die der Verpachter dem Pachter leiſten muß, in einem Drittel des Pachtzinſes von der Zeit, die noch auszuhalten waͤre.
1747. Iſt endlich die Rede von Manufakturen, Hammerwerkern oder andern Anſtalten, die große Vor⸗ ſchuͤſſe erfordern: ſo wird die Entſchaͤdigung durch Sach⸗ verſtaͤndige ausgemittelt.
1748. Ueberdies muß der Ankaͤufer, wenn er ſich des im Pacht- oder Miethcontrakte ausbedungenen Rechtes be⸗ dienen will, den Pachter oder Miethsmann im Falle eines Verkaufs auszuweiſen, letztern zuvor gehoͤrig erinnern, und zwar muß er ihm nach der Erinnerung die Zeit laſſen, worin dem Ortsgebrauche gemaͤß die Aufkuͤndigung geſche⸗ hen kann.
Den Pachter eines Land- oder Bauerngutes muß er wenigſtens ein Jahr vorher erinnern.
1749. Ehe und bevor der Pachter oder Miethsmann die hieroben feſtgeſetzte Entſchaͤdigung erhalten hat, entwe⸗ der von ſeinem Vermiether oder Verpachter, oder in deſ⸗ ſen Ermangelung von dem neuen Ankaͤufer, kann er nicht aus dem Beſitze geſetzt werden.
1750. Wenn der Pacht⸗ oder Miethcontrakt nicht
authentiſch iſt, oder kein ſicheres Datum hat: ſo iſt der Ankaͤufer zu keiner Schadloshaltung verbunden.


