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1736. Iſt der Pacht⸗ oder Miethvertrag nicht ſchrift⸗ lich gemacht: ſo kann ein Theil dem andern nicht aufkuͤn⸗ digen, als mit Beobachtung der Friſten, die in dieſer Hin— ſicht der Ortsgebrauch beſtimmt hat.
1737. Iſt aber der Pacht⸗ oder Miethvertrag ſchrift⸗, lich abgefaßt: ſo hoͤrt bei Ablauf des darin ausbedunge⸗ nen Termins die Pacht von ſelbſt auf, ohne daß es als— dann einer Aufkuͤndigung bedarf.
1738. Wenn, bei Ablauf der ſchriftlich bedungenen Pachtzeit, der Pachter im Beſitze bleibt und gelaſſen wird: ſo bewirkt dies eine neue Pacht, deren Wirkungen ſich nach dem Artikel, die nicht ſchriftlichen Pachtungen betreffend, beſtimmen.
1739. Iſt dem Pachter gehoͤrig aufgekuͤndigt worden: ſo kann er keine ſtillſchweigende Wiederverpachtung geltend machen, obſchon er im Beſitze geblieben iſt.
1740. In dem Falle der beiden vorhergehenden Ar⸗ tikel iſt der Buͤrge entledigt, den man etwa fuͤr die Pacht oder Miethe geſtellt hat, und er haftet nicht fuͤr die neuen Verbindlichkeiten, die aus der Verlaͤngerung derſelben ent— ſtehen.
1741. Der Pacht⸗ oder Miethcontrakt loͤſt ſich auf zweierlei Art auf, oder faͤllt weg, naͤmlich dadurch, daß die verpachtete Sache zu Grunde geht, oder dadurch, daß entweder der Verpachter oder der Pachter gegenſeitig ſei— nen Verbindlichkeiten kein Genuͤge leiſtet.
1742. Dadurch, daß der Verpachter oder der Pach— ter ſtirbt, wird der Pachtcontrakt nicht aufgeloͤſt.
1743. Verkauft der Verpachter die verpachtete Sache: ſo kann der Ankaͤufer den Pachter oder Mieths⸗ mann, wenn dieſer einen authentiſchen Pachtcontrakt hat, oder einen Pachtcontrakt, deſſen Datum ſicher iſt, nicht daraus ſetzen. Ausgenommen iſt der Fall, wo der Ver⸗ pachter ſich in dem Pachtcontrakte dieſes Recht vorbehal⸗ ten hat*).
*) Alſo gilt heut zu Tage bei uns die Regel nicht mehr: Kauf bricht Miethe. Es iſt uͤbrigens wohl zu bemerken, daß in dieſem ganzen Abſchnitte ſowohl von Pacht⸗ als Miethcontrak⸗ ten die Rede iſt.


