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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
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Verpachter gehalten, 1ſtens dem Beſtaͤnder oder Mieths⸗ mann die vermiethete Sache zu uͤbergeben, 2tens, die Sa⸗ che in ſolchem Stande zu, unterhalten, daß ſie den Ge⸗ brauch gewaͤhren koͤnne, wozu ſie vermiethet worden, 3tens, dafuͤr zu ſorgen, daß der Miethsmann waͤhrend der Mieth⸗ zeit den ruhigen Genuß derſelben haben koͤnne.

1720. Der Verpachter muß die Sache in gutem Stande uͤberliefern, worin ſie keiner Art von Reparatu ren vorlaͤufig bedarf. Er iſt verbunden, ſo lange die Pachtzeit waͤhrt, alle noͤthig werdenden Reparaturen dar⸗ an vorzunehmen, jene Reparaturen ausgenommen, die ih⸗ rer Unbedeutendheit wegen der Pachter ſelbſt, dem Ge⸗ brauche gemaͤß, uͤbernehmen muß.

1721. Er haftet dem Pachter fuͤr alle Fehler oder Maͤngel der vermietheten Sache, die ihren Gebrauch ver hindern, obſchon er ſolche Fehler oder Maͤngel bei Ab⸗ ſchließung des Vertrags ſelbſt nicht gekannt hat.

Leidet der Pachter dadurch irgend einen Verluſt, ſo muß der Verpachter ihn entſchaͤdigen.

1722. Ereignet es ſich waͤhrend der Pachtzeit, daß die verpachtete Sache durch ungefaͤhren Zufall ganz zu Grunde geht: ſo hebt ſich der Pachtcontract von ſelbſt auf. Geht dieſelbe aber nur zum Theil zu Grunde, ſo ſteht es dem Beſtaͤnder frei, den Umſtaͤnden nach entweder eine Herabſetzung des Preiſes zu fordern, oder die voͤllige Aufhebung des Contraktes. In dem einen wie dem an⸗ dern Falle aber kann er keine Entſchaͤdigung verlangen.

1723. Der Miethsmann iſt nicht befugt, waͤhrend der Miethzeit die Geſtalt der vermietheten oder verpach teten Sache zu veraͤndern.

1724. Werden waͤhrend der Pachtzeit an der ver⸗ mietheten oder verpachteten Sache ſolche Reparaturen dringend noͤthig, die bis zu ihrem Ablaufe nicht verſcho ben werden koͤnnen: ſo muß der Pachter leiden, daß man dieſelben vornehme, wenn ſie ihm auch noch ſo un⸗ gemaͤchlich fallen, und ungeachtet er ſich dadurch, waͤhrend man damit beſchaͤftigt iſt, der vermietheten Sache zum Theil beraubt findet.

Dauern indeſſen ſolche Reparaturen laͤnger als vier⸗ zig Tage: ſo wird der Miethzins nach Verhaͤltniß der