— 3275— Erſter Abſchnit t.
Von den Regeln, die den Mieth⸗ und Pachtvertraͤgen der Haͤuſer und Landguͤter gemein ſind.
Art. 1714. Mieth⸗ und Pachtvertraͤge kann man ſchriftlich oder muͤndlich ſchließen.
1715. Hat ein ſolcher Vertrag, im Falle, wo er nicht ſchriftlich gemacht iſt, noch gar keinen Vollzug er— halten, und ein Theil leugnet ihn ab: ſo kann er durch Zeugen nicht bewieſen werden, ſo gering auch der Pacht— oder Miethzins ſeyn mag, und ungeachtet vorgegeben wird, daß eine Daraufgabe ſey bezahlt worden.
Nur der Eid kann demjenigen zugeſchoben werden, der den Vertrag in Abrede ſtellt.
1716. Wenn nach einem muͤndlichen Pacht⸗ oder Miethvertrage, wovon die Vollziehung angefangen hat, Streit uͤber den Betrag des Pacht⸗ oder Miethzinſes ent⸗ ſteht, und keine Quittung vorhanden iſt: ſo muß dem Ei— genthuͤmer auf ſeinen Eid geglaubt werden, es ſey denn, daß der Pachter oder Miethsmann eine Schaͤtzung durch Sachverſtaͤndige vorziehe. In dieſem letztern Falle traͤgt er auch die Koſten der Schaͤtzung allein, wenn ſie den Preis uͤberſteigt, den er angegeben hat.
1717. Der erſte Pachter hat das Recht, wieder zu verpachten, ſelbſt ſeine Pacht einem andern zu uͤbertragen, in ſo fern ihm dieſe Befugniß nicht iſt unterſagt worden.
Sie kann ihm ganz oder zum Theil unterſagt werden. Die Clauſel iſt in dieſer Hinſicht allezeit ſtrenge.
1718. Die Artikel unter dem Titel von dem Ehe⸗ contrakte und den gegenſeitigen Rechten der Eheleute, die Pacht und Miethvertraͤge uͤber Guͤter der verheiratheten Weiber betreffend, ſind ebenfalls auf dergleichen Vertraͤge uͤber Guͤter der Minderjaͤhrigen an⸗ zuwenden.
1719. Vermoͤge des Vertrags allein, und ohne daß es deswegen einer beſondern Verabredung beduͤrfe, iſt der


