Druckschrift 
Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
371
Einzelbild herunterladen

371

Titel von der Erbfolge und in der Gerichtsordnung erklaͤrt.

Achtes Capitel.

Von Uebertragung der Forderungen und an⸗ derer unkoͤrperlichen Rechte.

Art. 1689. Bei Uebertragung oder Abtretung einer Forderung, eines Rechtes oder einer Klage auf einen Drit⸗ ten geſchieht die Uebergabe oder Lieferung dadurch, daß der Uebertragende dem, zu deſſen Gunſten er abtritt, die Urkunde aushaͤndigt.

1690. In Ruͤckſicht auf jeden Dritten kommt der, zu deſſen Gunſten der Uebertrag geſchehen iſt, erſt dadurch in den wahren Beſitz, daß er dem Schuldner den Ueber⸗ trag bekannt macht oder inſinuirt.

Aber auch dadurch kann derſelbe in dieſen Beſitz kom men, daß der Schuldner den Uebertrag in einer oͤffentli⸗ chen Urkunde annimmt.

1691. Hat der Schuldner den Uebertragenden be⸗ zahlt, bevor dieſer oder derjenige, an den die Forderung abgetreten worden, ihm den Uebertrag inſinuirt hat: ſo iſt ſeine Schuld guͤltiger Weiſe getilgt.

1692. Unter dem Verkauf oder Uebertrag einer For⸗ derung iſt ebenfalls alles begriffen, was der Forderung anklebig iſt, als Buͤrgſchaften, Vorrangsrechte und Hy⸗ potheken.

1693. Wer eine Forderung oder ſonſt ein unkoͤrper⸗ liches Recht uͤbertraͤgt, muß Gewaͤhr dafuͤr leiſten, daß die Forderung oder das Recht, das er uͤbertraͤgt, zur Zeit des Uebertrags wirklich exiſtirt, obſchon es ohne Ge waͤhrleiſtung geſchehen iſt.

1694. Er haftet aber fuͤr die Zahlbarkeit des Schuld⸗ ners nur, in ſo weit er ſich dazu anheiſchig gemacht, und bloß bis zum Betrag des Preiſes, den er aus der For⸗ derung gezogen hat. 5

1695. Hat er fuͤr die Zahlbarkeit des Schuldners Gewaͤhrsleiſtung verſprochen, ſo iſt ein ſolches Verſpre⸗

24*