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Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn zwar die Frau die Erb⸗ ſchaft angenommen, aber nur mit gerichtlicher Ermaͤchtigung, und deſſen ungeachtet das bewegliche Gut der Erbſchaft mit je⸗ nem der Guͤtergemeinſchaft' iſt vermiſcht worden ohne vor⸗ laͤufiges Inventarium.
1417. Wenn die Frau eine ſolche Erbſchaft bloß mit gerichtlicher Ermaͤchtigung angenommen hat, indem der Mann ſeine Bewilligung verſagte, und dieſelbe gehoͤrig iſt inventari⸗ ſirt worden: ſo koͤnnen die Glaͤubiger ihre Anſpruͤche bloß gegen das bewegliche und unbewegliche Vermoͤgen der Erb⸗ ſchaft geltend machen, und, falls Beides zu ihrer Befriedigung nicht hinreicht, gegen das bloße Eigenthum des uͤbrigen per⸗ ſoͤnlichen Vermoͤgens der Frau.
1418. Was in dem Art. 1411 und folgenden Artikeln uͤber die Schulden einer Erbſchaft verordnet worden, iſt auch anzuwenden auf Schulden, die einer Schenkung anklebig ſind⸗
1419. In Anſehung der Schulden, welche die Frau mit Bewilligung ihres Mannes gemacht hat, koͤnnen die Glaͤubi— ger ihre Bezahlung nachſuchen, ſowohl gegen die Guͤter der Gemeinſchaft, als gegen die beſondern Guͤter des Mannes oder der Frau; mit Vorbehalt der Verguͤtung, die der Gemein⸗ ſchaft, oder der Entſchaͤdigung, die dem Manne gebuͤhrt.
1420. Schulden, welche die Frau bloß zufolge einer all⸗ gemeinen oder beſondern Vollmacht ihres Mannes gemacht hat, fallen der Gemeinſchaft zur Laſt; und der Glaͤubiger kann, um bezahlt zu werden, weder die Frau ſelbſt, noch ihr perſoͤnliches Vermoͤgen angreifen.
Zweiter Abſchnitt.
Von Verwaltung der Guͤtergemeinſchaft und den Wirkun⸗ gen der Handlungen eines oder des andern Ehegenoſſen ruͤckſichtlich der ehelichen Geſellſchaft.
Art. 1421. Der Mann allein verwaltet die Guͤter der Gemeinſchaft.
Er kann ſie verkaufen, veraͤußern oder verpfaͤnden ohne Beiſtand und Mitwirkung der Frau.
11422. Er kann unter Lebenden auf wohlthaͤtige Art nicht uͤber die unbeweglichen Guͤter der Gemeinſchaft verfuͤgen, noch


