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Ztens alle Ruͤckſtaͤnde und Zinſen von Rentken oder paſſi⸗ ven Schulden, welche einen von beiden Eheleuten allein angehen; aber bloß die Ruͤckſtaͤnde und Zinſen;
Atens alle aus einer Nutznießung entſpringenden Repara⸗ tionskoſten unbeweglicher Guͤter, die nicht zur Guͤter⸗ gemeinſchaft gehoͤren;
5tens die Alimente der Eheleute, die Koſten der Er⸗ ziehung und Unterhaltung der Kinder, und jede an⸗ dere der ehelichen Verbindung anklebende Laſt.
1410. Was die beweglichen Schulden angeht, welche die Frau vor der Heirath gemacht hat, ſo fallen dieſelben der Guͤtergemeinſchaft nur dann zur Laſt, wenn ſie durch eine authentiſche Urkunde, die fruͤher, als die Trauung iſt, beſchei⸗ nigt ſind, oder durch ſonſt eine Urkunde, die vor dieſem Zeit⸗ punkte ein ſicheres Datum bekommen hat, entweder durch die Einregiſtrirung, oder durch den Tod eines von denjenigen Theilen, wovon die Urkunde unterſchrieben iſt.
Hat jemand an die Frau eine Forderung in Gefolg eines Scheines, der vor der Trauung kein ſicheres Datum hatte, ſo kann er ſie zwar auf Zahlung belangen, aber ſeine Klage nur geltend machen gegen das bloße Eigenthum ihres eigenen per⸗ ſoͤnlichen unbeweglichen Vermoͤgens.
Der Ehemann, der fuͤr ſeine Frau eine ſolche Schuld bezahlt zu haben behauptet, kann desfalls weder gegen ſeine Frau noch gegen ihre Erben eine Verguͤtung fordern.
1411. Schulden von bloß beweglichem Nachlaſſe, der waͤhrend der Ehe den Eheleuten zufaͤllt, fallen ganz der Guͤ⸗ tergemeinſchaft zur Laſt.
1412. Schulden aber von bloß unbeweglichem Nachlaſſe, der waͤhrend der Ehe einem von beiden Eheleuten zufaͤllt, hat die Guͤtergemeinſchaft nicht zu vertreten. Die Glaͤubiger haben aber das Recht, ihre Forderung gegen die unbeweglichen Guͤ⸗ ter des beſagten Nachlaſſes geltend zu machen.
Iſt indeſſen dem Manne ein ſolcher Nachlaß zugefallen, ſo koͤnnen die Glaͤubiger des Nachlaſſes ihre Forderungen geltend machen, entweder gegen alle dem Manne eigenen Guͤ⸗ ter, oder ſelbſt gegen die Guͤter der Gemeinſchaft. In dieſem zweiten Falle aber hat die Frau, oder ihre Erben, ein Recht zur Verguͤtung.
1413. Wenn die bloß unbewegliche Erbſchaft der Frau anheim gefallen iſt, und dieſe ſie mit Bewilligung ihres Mannes


