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1408. Wenn waͤhrend der Ehe ein Ehegenoſſe durch Ver⸗ ſteigerung oder ſonſt einen Theil eines unbeweglichen Guts an ſich bringt, das er mit einem andern ungetheilt beſaß, ſo gehoͤrt der ſo erworbene Theil nicht zur gemeinſamen Errun⸗ genſchaft, und mithin nicht zur Guͤtergemeinſchaft. Letztere aber muß entſchaͤdigt werden fuͤr die Summe, die ſie zu jenem Zwecke hergegeben hat.
Iſt es der Mann, der allein und in ſeinem eigenen per⸗ ſoͤnlichen Namen ein unbewegliches Gut ganz oder zum Theil an ſich bringt oder ſteigert, das ſeine Frau mit einem Dritten ungetheilt beſaß, ſo hat bei Aufloͤſung der Guͤtergemeinſchaft die Frau die Wahl, ob ſie das Gut der Gemeinſchaft uͤber⸗ laſſen wolle, in welchem Falle letztere der Frau ſo viel ſchul⸗ dig wird, als ihr Theil in dem Preiſe betraͤgt, oder ob ſie das unbewegliche Gut wieder an ſich ziehen, und der Gemein⸗ ſchaftsmaſſe den Erwerbungspreis erſtatten wolle.
S. LI.
Von dem paſſiven Beſtande der Guͤtergemeinſchaft“) und den Klagen, die daraus gegen dieſelbe entſpringen,
Art. 1409. Unter dem paſſiven Beſtande der Guͤtergemein⸗ ſchaft ſind begriffen:
1ſtens alle beweglichen Schulden, womit die Eheleute am Tage ihrer Trauung beſchwert waren, oder womit irgend eine Erbſchaft beſchwert iſt, die ihnen waͤh⸗ rend der Ehe zufaͤllt; wobei ſich aber von ſelbſt ver⸗ ſteht, daß die Gemeinſchaft entſchaͤdigt werden muͤſſe fuͤr jene beweglichen Schulden, welche irgend einem unbeweglichen Gute ankleben, das einem von beiden Eheleuten perſoͤnlich gehoͤrt;
2tens alle Schulden, ſowohl Capitalien als Ruͤckſtaͤnde oder Zinſen, welche waͤhrend der Guͤtergemeinſchaft entweder der Mann gemacht hat, oder die Frau mit Bewilligung des Mannes; mit Vorbehalt der Ver⸗ guͤtung in den Faͤllen, wo ſie Statt hat;
*) D. h. von den Schulden und ſonſtigen Verbindlichkeiten, welche
die Eheleute gemeinſchaftlich und aus dem gemeinſchaftlichen Vermoͤgen zu leiſten haben.


