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1404. Unbewegliche Guͤter, welche die Eheleute am Tage der Trauung beſitzen, oder die ihnen waͤhrend der Ehe durch Erbfolge zufallen, gehoͤren nicht zur Guͤtergemeinſchaft.
Wenn jedoch in dem Ehecontracte die Guͤtergemeinſchaft ausbedungen iſt, und einer von beiden zukuͤnftigen Eheleuten nach einem ſolchen Ehecontracte, aber vor der wirklichen Trauung ein unbewegliches Gut an ſich gebracht hat, ſo faͤllt das in dieſem Zwiſchenraume alſo erworbene Gut in die Guͤtergemeinſchaft; es ſei denn, daß irgend eine beſondere Clauſel im Ehecontracte ſtehe, in deren Gefolg das unbeweg⸗ liche Gut iſt erworben worden, in welchem Falle es bei der Verabredung ſein Bewenden haben muͤßte.
1405. Unbewegliche Guͤter, wenn ſie waͤhrend der Ehe bloß einem von beiden Ehegenoſſen geſchenkt werden, fallen nicht in die Guͤtergemeinſchaft, und gehoͤren dem Geſchenk— nehmer ausſchließlich. Ausgenommen iſt der Fall, wo in der Schenkung ausdruͤcklich verfuͤgt wird, daß die geſchenkte Sache zur Guͤtergemeinſchaft gehoͤren ſoll.
1406. Ein unbewegliches Gut, welches von Vater, Mut⸗ ter, oder ſonſt einem aufſtéigenden Verwandten, einem von beiden Eheleuten uͤberlaſſen oder abgetreten wird, entweder um ſich gegen ihn einer Verbindlichkeit zu entledigen, oder zu dem Zwecke, daß er damit fremden Perſonen die Schulden des Geſchenkgebers bezahle, faͤllt nicht in die Guͤtergemein⸗ ſchaft, und hat in dieſer Hinſicht Verguͤtung oder Entſchaͤdi⸗ gung Statt.
1407. Wenn waͤhrend der Ehe ein unbewegliches Gut getauſcht wird gegen ein anderes unbewegliches Gut, welches einem von beiden Eheleuten ausſchließlich gehoͤrte, ſo faͤllt das eingetauſchte Gut nicht in die Gemeinſchaft, ſondern tritt an die Stelle des Gutes, welches durch Tauſch veraͤußert worden iſt. Es hat aber auch hier eine Verguͤtung Statt, wenn auf einer Seite ein Mehrwerth iſt*).
*) Mehrwerth, soulte, iſt bei Tauſchvertraͤgen vorhanden, wenn von zwei gegen einander getauſchten Stuͤcken das eine mehr werth iſt, als das andere. Das Geſetz verordnet, wie billig, daß die Guͤtergemeinſchaft entſchädigt werden muͤſſe, wenn das durch Tauſch erworbene Gut mehr werth iſt, und mithin etwas hat herausgegeben werden muͤſſen.


