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Der Eid, den man einem von mehrern ohne Theilung verpflichteten Schuldnern zugeſchoben, kommt den uͤbrigen Mitſchuldnern zu Gute.
Der Eid endlich, den man dem Buͤrgen zugeſchoben, nuͤtzt dem Hauptſchuldner.
In dieſen beiden letzten Faͤllen nuͤtzt aber der Eid des ſolidariſchen Mitſchuldners oder des Buͤrgen den uͤbrigen Mit⸗ ſchuldnern oder dem Hauptſchuldner nur dann, wenn die Zu⸗ ſchiebung geſchehen iſt uͤber die Schuld ſelbſt, nicht aber, wenn ſie geſchehen iſt uͤber die Thatſache der Ungetheiltheit oder Buͤrgſchaft.
§. II. Von dem von Amts wegen zugeſchobenen Eide.
Art. 1366. Es ſteht dem. Richter frei, einem von beiden Theilen den Eid zuzuſchieben, zu dem Zwecke, damit entweder davon die Entſcheidung des Prozeſſes abhange, oder damit ſich danach der Ertrag der zu⸗ oder abzuſprechenden Summe beſtimme.
1367. Der Richter kann aber von Amts wegen den Eid, es komme nun dabei auf die Klage ſelbſt, oder auf eine ihr entgegengeſetzte Einrede an, nicht zuſchieben, als unter den zwei folgenden Bedingungen. Es wird naͤmlich dazu erfordert: lſtens, daß die Klage oder Einrede nicht ſchon voͤllig bewieſen, und 2tens, daß ſie hinwieder auch nicht ganz von Beweiſen entbloͤßt ſei.
Außer dieſen beiden Faͤllen iſt der Richter verbunden, die Forderung oder Klage entweder geradeweg zuzuurtheilen oder abzuweiſen.
1368. Wenn der Richter von Amts wegen einem von beiden Theilen den Eid zuſchiebt, ſo kann dieſer ihn dem andern nicht zuruͤckſchieben.
1369. Es ſteht dem Richter nicht frei, dem Klaͤger den Eid zuzuſchieben, um den Werth der eingeklagten Sache zu beſtimmen, wenn es noch moͤglich iſt, zur Ausmittelung des⸗ ſelben auf eine andere Art zu gelangen.
Iſt dies aber nicht moͤglich, ſo muß der Richter ſelbſt in dieſem Falle die Summe beſtimmen, bis zu deren Ertrag der Eid des Klaͤgers Beweiskraft haben ſoll.
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