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1194. Wenn ſich, in den Faͤllen des vorhergehenden Ar⸗ tikels, bei der Verabredung der Glaͤubiger die Wahl ausbe⸗ dungen hatte, ſo iſt folgender Unterſchied zu machen:
Entweder iſt bloß eine von den beiden Sachen zu Grunde gegangen, oder beide..
Iſt bloß eine Sache zu Grunde gegangen, ſo iſt dies entweder mit oder ohne Verſehen des Schuldners geſchehen. Im erſten Falle kann der Glaͤubiger die uͤbrig gebliebene Sache fordern, oder den Werth der Sache, die zu Grunde gegangen iſt; im zweiten Falle muß der Glaͤubiger diejenige Sache haben, die uͤbrig bleibt.
Sind beide Sachen zu Grunde gegangen, und zwar ſo, daß der Schuldner in Ruͤckſicht auf beide, oder ſelbſt nur in Ruͤckſicht auf eine, etwas verſehen: ſo hat der Glaͤubiger die Wahl, ob er den Werth der einen oder der andern fordern wolle.
1195. Sind beide Sachen zu Grunde gegangen ohne Verſehen des Schuldners, und ehe er in Verzug war, ſo iſt die Verbindlichkeit erloſchen, gemaͤß dem Art. 1302.
1196. Die naͤmlichen bisher angefuͤhrten Regeln gelten fuͤr die Faͤlle, wo die alternative Verbindlichkeit mehr als zwei Sachen zum Gegenſtande hat.
Vierter Abſchnit t.
Von Verbindlichkeiten ohne Theilung*).
G. I. Von der ungetheiltheit zwiſchen mehrern Glaͤubigern.
Art. 1197. Eine Verbindlichkeit iſt ungetheilt zwiſchen mehrern Glaͤubigern, wenn der Titel einem jeden von ihnen ausdruͤcklich das Recht gibt, die Zahlung der ganzen Schuld zu fordern, ſo daß der Schuldner befreit wird durch die Zah⸗ lung, die er an einen derſelben macht, obſchon uͤbrigens der
*) Man nennt dieſe Verbindlichkeiten im Rechte auch ungetheilte Verbindlichkeiten, Correal⸗Verbindlichkeiten und ſolidari⸗ ſche Verbindlichkeiten. Die Erklaͤrung davon geben ganz deut⸗ lich die Art. 1197 und 1200. Man verwechſele uͤbrigens die ungetheilten Verbindlichkeiten nicht mit den untheilbaren Verbindlichkeiten, wovon weiter unten die Rede ſein wird.
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