262—
eigniſſe abhaͤngt, das zwar wirklich eingetroffen, aber den Theilen noch unbekannt iſt..
Im erſten Falle kann die Verbindlichkeit nicht erfuͤllt werden, als nach dem Ereigniß.
Im zweiten Falle hat ſie alle rechtlichen Wirkungen vom Tage der Abſchließung.
1182. Wenn der Verbindlichkeit eine aufſchiebende Bedin⸗ gung beigefuͤgt iſt, ſo bleibt die Sache, worauf es in der Verabredung ankommt, auf Gefahr des Verpflichteten, der ſich verbunden hat, ſie dann erſt zu liefern, wenn die Bedingung eintreffen wuͤrde.
Iſt die Sache ganz zu Grunde gegangen ohne Verſchul⸗ den des Verpflichteten, ſo iſt die Verbindlichkeit erloſchen.
Hat ſich die Sache verſchlimmert ohne Verſchulden des Verpflichteten, ſo hat der Glaͤubiger die Wahl, und er kann entweder die Verbindlichkeit aufloͤſen oder ganz aufhoͤren laſſen, oder die Sache in dem Zuſtande fordern, worin ſie ſich findet;
aber er kann alsdann keine Verringerung des Preiſes fordern.
Hat ſich die Sache verſchlimmert durch die Schuld des Verpflichteten, ſo hat der Glaͤubiger das Recht, entweder von der Verbindlichkeit abzugehen, oder die Sache in dem Zu⸗ ſtande zu fordern, worin ſie ſich befindet, mit Schadenerſatz.
§. III.,
Von der aufloͤſenden Bedingung.
Art. 1183. Aufloͤſende Bedingungen ſind ſolche, wodurch die Verbindlichkeit zuruͤckgenommen oder widerrufen wird, wenn ſie eintreffen, und wodurch mithin die Sachen in den naͤm⸗ lichen Stand kommen, als wenn die Verabredung nie vor⸗ handen geweſen waͤre.
Solche Bedingungen ſchieben die Erfuͤllung der Verbind⸗
lichkeit nicht auf, ſondern ſie verbinden nur den Glaͤubiger, das, was er bekommen hat, zu erſtatten, falls das in der Bedingung vorgeſehene Ereigniß eintrifft.
1184. Bei zweiſeitigen Contracten wird immer die auf⸗ ſchiebende Bedingung als ausbedungen verſtanden fuͤr den


