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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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dem Ehe⸗Contracte und den gegenſeitigen Rechten der Eheleute aufgefuͤhrt finden: ſo muͤſſen ſie ſich nach den Regeln richten, die ihnen eben daſelbſt vorgeſchrieben ſind.

Viertes Capite l.

Von den verſchiedenen Arten der Verbindlich⸗ keiten.

Erſter Abſchnitt. Von bedingten Verbindlichkeiten. F. I.

Von der Bedingung uͤberhaupt und ihren verſchiedenen Arten.

Art. 1168. Eine Verbindlichkeit iſt bedingt, wenn ſie der Abrede gemaͤß von einem zukuͤnftigen und ungewiſſen Ereigniſſe abhangen ſoll, und zwar ſo, daß ſie verſchoben werde, bis das Ereigniß eintrifft, oder ſo, daß ſie wieder aufhoͤre, je nachdem das Ereigniß eintrifft oder nicht eintrifft.

1169. Die Bedingung iſt zufaͤllig, wenn ſie vom Zu⸗ fall abhaͤngt, und keineswegs in der Gewalt des Berechtig⸗ ten oder Verpflichteten ſteht.

1170. Willkuͤrliche Bedingungen ſind ſolche, vermoͤge deren die Erfuͤllung eines Vertrages von einem Ereigniſſe ab⸗ haͤngt, welches herbeizufuͤhren oder zu verhindern in der Ge⸗ walt eines oder des andern der contrahirenden Theile ſteht.

1171. Gemiſcht iſt die Bedingung, wenn ſie zugleich von dem Willen eines der contrahirenden Theile und von dem Willen eines Dritten abhaͤngt.

1172. Jede Bedingung, die eine Sache zum Gegenſtande hat, die unmoͤglich, oder den guten Sitten zuwider, oder vom Geſetze verboten iſt, iſt nichtig und macht die Verabredun nichtig, welche von ihr abhaͤngt.

1173. Iſt der Verbindlichkeit eine Bedingung beigefuͤgt, eine unmoͤgliche Sache nicht zu thun, ſo iſt ſie darum nicht unguͤltig.

1174. Haͤngt die Bedingung ganz von dem ab, der ſich verpflichtet, oder iſt ſie auf Seiten des Verpflichteten will⸗ küͤrlich, ſo iſt die Verabredung, der ſie beigefuͤgt, nichtig.