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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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ganz annehmen oder ganz ausſchlagen. Nimmt er ſie an, ſo kann er bloß das Vermoͤgen in Anſpruch nehmen, welches am Tage, wo der Geſchenkgeber ſtirbt, vorhanden iſt, woge⸗ gen er alle Schulden und Laſten des Nachlaſſes zu entrich⸗ ten hat.

1086. Eine Schenkung durch Ehecontract zu Gunſten der Eheleute oder der aus ihrer Verbindung zu hoffenden Kinder mag herruͤhren, von wem ſie immer wolle, der Verfuͤ⸗ gende kann dabei ausbedingen, daß die Beguͤnſtigten die Schulden und Laſten ſeiner Verlaſſenſchaft ohne Unterſchied bezahlen ſollen; er kann ihr auch andere Bedingungen beifuͤ⸗ gen, deren Erfuͤllung von ſeinem Willen abhaͤngt. Der Ge⸗ ſchenknehmer muß dieſe Bedingungen erfuͤllen, wenn er der Schenkung nicht lieber entſagen will. Und, wenn der Ge ſchenkgeber durch Ehecontract ſich die Befugniß vorbehalten hat, uͤber einen Gegenſtand, der mit in der Schenkung ſeines ge⸗ genwaͤrtigen Vermoͤgens begriffen iſt, oder uͤber eine aus dem naͤmlichen Vermoͤgen zu nehmende Summe zu verfuͤgen: ſo werden der Gegenſtand oder die Summe, wenn er ſtirbt, ohne daruͤber verfuͤgt zu haben, ſo betrachtet, als waͤren ſie in der Schenkung mitbegriffen, und ſie gehoͤren demnach dem Ge⸗ ſchenknehmer oder deſſen Erben.

1087. Schenkungen durch Ehecontract koͤnnen unter dem Vorwande nicht angefochten oder fuͤr nichtig erklaͤrt werden, daß ſie nicht angenommen ſeien.

1088. Schenkungen zu Gunſten der Ehe zerfallen, wenn die Ehe nicht wirklich erfolgt.

1089. Schenkungen zu Gunſten eines von den Eheleu⸗ ten, wenn ſie nach dem Inhalt der Artikel 1082, 1084 und 1086 errichtet ſind, zerfallen, wenn der Geſchenkgeber den beſchenkten Ehegenoſſen und deſſen Nachkommenſchaft uͤberlebt.

1090. Schenkungen, zu Gunſten der Eheleute in ihrem Ehecontracte errichtet, werden bei Eroͤffnung der Erbfolge des Geſchenkgebers auf den Theil herabgeſetzt, uͤber welchen das Geſetz ihm zu verfuͤgen erlaubte.