— 244—
ſie durch Ehecontracte zu Gunſten der Eheleute, oder zu Gunſten Eines von beiden Eheleuten, geſchieht, iſt den allge⸗ meinen Regeln unterworfen, welche fuͤr Schenkungen dieſer Art feſtgeſetzt ſind.
Sie koͤnnen nicht zu Gunſten der zu hoffenden Kinder geſchehen, außer in den Faͤllen, die das vorhergehende ſechste Capitel enthaͤlt.
1082. In einem Ehecontracte koͤnnen Eltern, ſonſtige aufſteigende Verwandte, Seitenverwandte der Eheleute, und ſelbſt Fremde, das Vermoͤgen, welches ſie bei ihrem Tode hinterlaſſen werden, ganz oder theilweiſe verſchenken, und zwar ſowohl zum Vortheil beſagter Eheleute, als auch, fuͤr den Fall, wo der Geſchenkgeber laͤnger, als der beſchenkte Ehegatte leben ſollte, zu Gunſten der aus ihrer Ehe zu hof⸗ fenden Kinder.
Obſchon indeſſen eine ſolche Schenkung bloß zu Gunſten der Eheleute oder eines Ehegenoſſen geſchehen iſt, ſo wird doch immer vermuthet, daß ſie auch zu Gunſten der aus der Ehe zu hoffenden Kinder und Abkoͤmmlinge geſchehen ſei, im Falle der Geſchenkgeber den oder die beſchenkten Ehegenoſſen uͤberlebt.
1083. Schenkungen in der Form des vorhergehenden Artikels ſind unwiderruflich, jedoch nur in dem Sinne, daß der Ge⸗ ſchenkgeber auf wohlthaͤtige Art nicht mehr uͤber die Gegen⸗ ſtaͤnde verfuͤgen kann, die in der Schenkung enthalten ſind, geringe Summen ausgenommen, woruͤber er belohnungsweiſe oder ſonſt verfuͤgt.
1084. Schenkungen durch Ehecontracte koͤnnen das ge⸗ genwaͤrtige und zugleich das zukuͤnftige Vermögen ganz oder zum Theil umfaſſen. In dieſem Falle aber muß ihnen ein Verzeichniß der Laſten und Schulden, ſo wie ſie am Tage der Schenkung vorhanden waren, beigefuͤgt ſein. Und wenn dies geſchehen iſt, ſo ſteht es dem Geſchenknehmer frei, ſich beim Tode des Geſchenkgebers an dem gegenwaͤrtigen Vermoͤgen zu halten, und auf das uͤbrige Vermoͤgen deſſelben Verzicht zu leiſten.
1085. Wenn aber der Schenkung des gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Vermoͤgens das eben erwaͤhnte Verzeichniß nicht beigefuͤgt worden iſt, ſo muß der Geſchenknehmer ſie entweder


