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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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Eine Sache iſt dann mehreren gemeinſchaftlich ver⸗ macht, wenn ſie in einer und der naͤmlichen Verfuͤgung vermacht iſt, und der Teſtator nicht jedem Mitlegatar ſei⸗ nen Theil an der vermachten Sache angewieſen hat.

1045. Auch dann wird ein Vermäͤchtniß fuͤr gemein⸗ ſchaftlich angeſehen, wenn eine Sache, welche ohne Ver⸗ ſchlimmerung nicht getheilt werden kann, in dem naͤmli⸗ chen Acte mehreren Perſonen, ſelbſt trennungsweiſe, gege⸗ ben worden.

1046. Die naͤmlichen Urſachen, welche, gemaͤß dem Art. 954 und den zwei erſten Verfuͤgungen des Art. 955 unter gegenwaͤrtigem Titel, die Klage um Widerruf der Schenkungen unter Lebenden begruͤnden, ſind auch bei der Klage um Widerrufung letztwilliger Verfügungen zulaͤſſig.

1047. Gruͤndet ſich dieſe Klage auf eine dem Anden⸗ ken des Teſtators zugefuͤgte grobe Unbilde: ſo muß ſie in dem Jahre, von dem Tage des Verbrechens angerech⸗ net, angehoben werden.

Sechſtes Capitel.

Von jenen Verfuͤgungen, welche dem Geſchenk⸗ geber oder Teſtator zu Gunſten ſeiner En⸗ kel oder der Kinder ſeiner Geſchwiſter erlaubt ſind.

Art. 1048. Es iſt den Eltern erlaubt, das Vermoͤgen, woruͤber ſie frei verfuͤgen koͤnnen, entweder ganz oder theilweiſe einem oder mehreren ihrer Kinder unter der Be⸗ dingung zu ſchenken, daß ſie es den wirklich gebornen oder noch zu hoffenden Kindern uͤberliefern ſollen. Eine ſolche Verfuͤgung kann unter Lebenden oder letztwillig geſchehen. Sie kann aber nur geſchehen zu Gunſten der Kinder im erſten Grade des Geſchenknehmers.

1049. Auch iſt in dem Fall, wenn der Verfuͤgende ohne Kinder ſtirbt, die Verfuͤgung guͤltig, wodurch er verordnet, daß ein oder mehrere ſeiner Geſchwiſter ſein Vermoͤgen, welches das Geſetz gewiſſen Erben nicht vorbehaͤlt,