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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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1038. Wenn der Teſtator die vermachte Sache ganz oder zum Theil auf irgend eine Art veraͤußert, und wenn auch die Veraͤußerung darin beſtaͤnde, daß er ſie unter der Bedingung des Ruͤckkaufs verkaufte, oder daß er ſie ver⸗ tauſchte: ſo folgt daraus Widerrufung des Vermaͤchtniſſes, in ſo weit ſie veraͤußert worden iſt; und dieſe Widerru⸗ fung bleibt beſtehen, ungeachtet die nachherige Veraͤußerung nichtig, und der Gegenſtand ſich wieder in den Haͤnden des Teſtators befindet.

1039. Alle letztwilligen Verfuͤgungen zerfallen, wenn der, zu deſſen Gunſten ſie errichtet ſind, den Teſtator nicht uͤberlebt hat..

1040. Wenn der letztwilligen Verfuͤgung eine Be⸗ dingung beigefuͤgt iſt, die von einem ungewiſſen Ereigniſſe abhaͤngt, und zwar ſo, daß, nach der Meinung des Te⸗ ſtators, ſeine Verfuͤgung nur in ſo weit ſolle vollzogen werden, als ſich das Ereigniß begeben wird: ſo zerfaͤllt dieſelbe dadurch, daß der eingeſetzte Erbe oder Legatar vor Erfuͤllung der Bedingung ſtirbt.

1041. Iſt aber die Bedingung der Art, daß ſie, der Meinung des Teſtators nach, den Vollzug der Ver⸗ fuͤgung bloß aufſchieben ſoll: ſo hat, ungeachtet derſelben, der eingeſetzte Erbe oder Legatar ein erworbenes Recht, das auf ſeine Erben uͤbergeht.

1042. Das Vermaͤchtniß zerfaͤllt, wenn die vermach⸗ te Sache bei Lebzeiten des Teſtators zu Grunde gegan⸗ gen iſt.

Auch zerfaͤllt es, wenn ſie nach des Teſtators Tode, ohne Zuthun und Verſchulden des Erben zu Grunde ge⸗ gangen iſt. Es zerfaͤllt in dieſem Falle, obſchon der Erbe vielleicht in Verzug war, die vermachte Sache auszulie⸗ fern, vorausgeſetzt jedoch, daß ſie auch zu Grunde gegan⸗ gen waͤre, wenn ſie auch der Legatar im Beſitz gehabt haͤtte..

1043. Die letztwillige Verfuͤgung zerfaͤllt, wenn der eingeſetzte Erbe oder der Legatar ſie ablehnt, oder, wenn er unfaͤhig iſt, ſie ſich zu Nutze zu machen.

1044. In dem Falle, wo etwas mehreren Perſonen gemeinſchaftlich vermacht iſt, waͤchſt der Theil des erman⸗ gelnden Legatars den uͤbrigen Legataren zu.