— 231— Fuͤnfter Abſchnitt. Von Vermächtniſſen unter allgemeinem Namen.
Art. 1010. Vermaͤchtniß unter allgemeinem Namen nennt man eine Verfuͤgung, wodurch der Teſtator eine Quote des Vermoͤgens vermacht, woruͤber ihm das Geſetz zu verfügen erlaubt, wie zum Beiſpiel eine Haͤlfte, ein Drittel, oder alle ſeine unbeweglichen Guͤter, oder ſeine ganze bewegliche Habe, oder einen gewiſſen Theil ſeines ganzen unbeweglichen oder ſeines ganzen beweglichen Ver⸗ moͤgens.
Jedes andere Vermaͤchtniß iſt nur eine Verfuͤgung unter beſonderm Namen.
1011. Legatare unter allgemeinem Namen muͤſſen die Auslieferung von folgenden Perſonen fodern: von den Er⸗ ben, fuͤr die das Geſetz einen beſtimmten Guͤtertheil vor⸗ behaͤlt; wenn keine ſolche vorhanden ſind, von den allge⸗ meinen Legataren; und wenn auch keine ſolche vorhanden ſind, von jenen Erben, welche nach der, unter dem Titel von der Erbfolge feſtgeſetzten Ordnung zur Erbfolge gelangen,
1012. Der Legatar unter allgemeinem Namen haftet, wie der allgemeine Legatar, fuͤr die Schulden und Laſten, womit der Nachlaß des Teſtators beſchwert iſt, perſoͤnlich fuͤr ſeinen Theil, und hypothekariſch fuͤr's Ganze.
1013. Wenn der Teſtator nur uber einen gewiſſen Belauf des verfuͤglichen Theils, und zwar unter allgemei⸗ nem Namen, verfuͤgt hat: ſo muß ein ſolcher Legatar die beſondern Vermaͤchtniſſe mit den natuͤrlichen Erben zugleich abtragen, naͤmlich uach Verhaͤltniß ſeines Theils.
Sechſter Abſchnitt. Von beſondern Vermächtniſſen.
Art. 1014. Jedes rein und ohne Bedingung zugedach⸗ te Vermaͤchtniß gibt dem Legatar ein Recht auf die ver⸗ machte Sache, vom Tage an, wo der Teſtator ſtirbt;
und dieſes Recht geht auf ſeine Erben, oder die, welche
in ſein Recht treten, uͤber. Jedoch kann ſich der beſondere Legatar weder in Be⸗ ſitz der vermachten Sache ſetzen, noch die Fruͤchte oder


